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Frauentagsinterview: Die sozial engagierte Burgerin Silke Kirchof

Theater
  • Erstellt: 08.03.2020 / 17:10 Uhr von mz
Wir haben großartige Frauen bei uns im Jerichower Land, deswegen möchte wir euch heute am Internationalen Frauentag zwei Powerfrauen vorstellen. Hier lest ihr das Interview mit Tierfreundin Monika Urbanczik aus Mützel [Klick] und nun geht es um die vor allem sozial engagierte Burgerin Silke Kirchof:

1. Frau Kirchhof, heute wird der Internationale Frauentag gefeiert. Inwiefern finden Sie diesen Tag wichtig? Werden Sie diesen feiern und wenn ja wie?
Ja, der Weltfrauentag ist auch nach über 100Jahren sehr wichtig. Er macht auf immer noch fehlende Gleichberechtigung aufmerksam. Natürlich wurde schon einiges erreicht, aber es gibt immer noch Länder in der Welt in denen Frauen z.B. das Wahlrecht und somit politische Mitbestimmung verweigert wird. Weitere Aspekte sind gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, die Differenz zwischen dem Arbeitslohn von Männern und Frauen, Veraltete Rollenbilder oder der Frauenanteil in Führungspositionen. Es gibt noch viel zu tun!

Ich treffe mich am 8.März mit einigen Freundinnen- (alles starke Frauen ?–- wir tun uns selbst am Frauentag was Gutes und das Wichtigste wir halten zusammen.

2. Sie sind die Leiterin des SKZ (Soziokulturelles Zentrum) in Burg. Damit befinden Sie sich in einer Chefposition. Eine wichtige Rolle, was mögen Sie an Ihrer Arbeit? Warum liegt Ihnen die soziale Arbeit am Herzen?
Besonders die Vielfältigkeit der Arbeit im Soziokulturellen Zentrum hat ihren Reiz. Kein Tag ist wie der andere. Kreativität, neue Ideen und Projekte umsetzen können und dabei KollegInnen und NetzwerkpartnerInnen zu haben, die unterstützen und sich von der Begeisterung anstecken lassen, so habe ich vor 8Jahren z.B. die Fête de la Musique nach Burg geholt. Aber auch gerade die unzähligen Projekte –z.B. der One Billion Rising Tag – um ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzten, die wir als Team schon auf die Beine gestellt haben machen Spaß.

Die Arbeit mit den Menschen und am Menschen hat mich schon immer fasziniert und besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wir bieten durch unsere tägliche Arbeit Chancen der Beteiligung, schauen auf die Stärken, die ein jeder Mensch hat und nicht auf Schwächen, helfen, unterstützen und allein die leuchtenden Augen bei Erfolgen (ob z.B. im Theaterstück, Schulabschluss, dem Betrachten der eigenen künstlerischen Werke oder einfach nur beim Tanz auf der Faschingsfeier), sind (bei allen Schwierigkeiten, die es natürlich auch gibt) Motivation, die uns antreibt. Oftmals sind es die kleinen Momente, die sehr viel zurückgeben.

3. Sind Frauen die besseren Chefs? Was machen Frauen besser als Männer?
Es gibt sicher auch gute männliche Chefs, ich würde hier nicht pauschalisieren. Frauen sind meist umsichtiger – flexibler, teamfähiger – Männer erleben wir in Führungspositionen oft eher autoritär und selbstsicher. Ich denke, Frauen in Führungspositionen gelten als kompetenter, weil sie sich gegen mehr Widerstände behaupten müssen als Männer.

Frauen haben eine höhere Bereitschaft zur Zusammenarbeit und auch das Wohl der MitarbeiterInnen im Fokus. Ich hatte in den vergangenen Jahren auch eine sehr starke Frau als Chefin, sie ist für mich ein Vorbild, da sie mit viel Herz und Engagement handelte und bei Problemen und Widerständen lösungsorientiert unterstütze und motivierte. Im sozialen Bereich gibt es ja durchaus eine große Anzahl an Frauen in Führungspositionen – hier sind Männer eher seltener anzufinden. In der Politik und Wirtschaft sieht das deutlich anders aus, wobei wir wieder bei Punkt 1 sind – da muss man sich nur die Frauen - Quote anschauen…..


4. Wie bringen Sie das „Familienleben mit Ihrem Beruf“? (Machen Sie Sport? Sind Sie gerne in der Natur unterwegs, oder Yoga?)
Das ist im Berufsleben, bei einem Vollzeitjob und mit Kindern in der Tat nicht immer leicht. Hier gilt es gut zu organisieren. Meine Kinder sind mit 24 und 19 Jahren inzwischen selbständig, was natürlich vieles leichter macht und mehr Flexibilität zulässt. Wichtig ist mir gemeinsame Zeit mit meiner Familie und Freunden, ob ein Trip nach Kuba, ein Konzert oder ein kurzes Gespräch…

Ansonsten stehen Bogenschießen, unsere „Datsche“ am See oder Lesen regelmäßig auf meiner Liste – ich bin also viel draußen und unterwegs.

5. Was war der Moment, der Sie als Frau bisher am meisten stolz gemacht? Und warum ist das „Ihr“ Moment?
Da gibt es einige privat und beruflich. Mein(e) Moment(e) sind auf jeden Fall die Geburten meiner Kinder – kann ja nur Frau ?Aber auch auf mein abgeschlossenes Studium trotz Vollzeitarbeit und alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern bin ich stolz. Und dazu kommen die vielen kleinen und größeren Erfolge im SoKuZ ob die Nominierung zum Brigitte Reimann Kulturpreis für unsere kulturelle Arbeit, die erfolgreiche Förderung eines neuen Projekts wie die Bürgerbühne oder einfach nur alle Ziele beim Bogenschießen getroffen zu haben – diese Liste lässt sich um einiges erweitern. Wir Frauen sollten viel öfter stolz auf unsere Leistungen sein!

Bilder

Silke Kirchof aus Burg. Foto: privat
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