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Burger Bürgermeisterkandidaten Check: Heute im Interview Philipp Sievert

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Interview

Erstellt: 13.04.2021 / 13:02 von rp

In rund zwei Monaten wird in Burg ein neuer Bürgermeister gewählt. Bisher gibt es in Burg drei Kandidaten. Neben Bernhard Ruth und René Kellner, beide parteilos, will auch Philipp Sievert das neue Stadtoberhaupt werden. Wir haben ihn zu seinen persönlichen Zielen für die Stadt Burg befragt. Anbei das komplette Interview:

Meetingpoint JL: 1. Warum wollen Sie Bürgermeister der Stadt Burg werden und was befähigt Sie dazu?

Philipp Sievert:
Weil ich meine Stadt und meine Heimat liebe. Ja, wir haben große Herausforderungen, doch unsere Stadt hat sich super entwickelt. Burg hat noch so viel Potential, so viele Menschen mit kreativen Ideen. Als Burger „Junge“ werde ich mit einer positiven Grundeinstellung vorangehen, die Menschen und Ideen zusammenzubringen und mit allen gemeinsam unser Burg für die Zukunft entwickeln. Mit Freude, Ehrlichkeit und Transparenz werden wir gemeinsam unsere Stadt weiter lebenswerter und liebenswerter gestalten. Gutes Zuhören, offen zu sein für neue Ideen und der nötige Respekt und Mut zeichnen mich aus. Durch mein Studium der Verwaltungsökonomie und der Wirtschaftsförderung sowie meinen bisherigen beruflichen Erfahrungen bringe ich unterschiedliche Kompetenzen für diese verantwortungsvolle und prägende Aufgabe mit.

Meetingpoint JL: 2. Welchen Themen wollen Sie sich als Bürgermeister verschreiben und was liegt Ihnen insbesondere am Herzen?

Philipp Sievert:
Besonders am Herzen liegt mir, dass sich in unserer Stadt alle Generationen wohlfühlen können. Als Mitglied, aktiv im erweiterten Vorstand, des Heimatvereins Reesen e.V. und als Mitglied und ehemaliger aktiver Fußballer der SG Blau Weiß Niegripp e.V. sehe ich das vielfältige ehrenamtliche Engagement als wichtiges Fundament. Die Angebote für die Bambini im Sportverein bis zur Nachbarschaftshilfe gilt es weiter zu unterstützen und auszubauen. Viele Menschen in der Stadt wünschen sich weniger Beton und dafür mehr grün, mehr Gestaltungsräume und Treffpunkte. Sie wünschen sich, dass Leben, Lernen und Arbeiten wieder zusammen gedacht wird. Ich will die Burgerinnen und Burger weiter für unsere Stadt begeistern, dass sie mitbestimmen und sich beteiligen wollen. Sie müssen spüren, dass sie einen direkten Einfluss auf die Gestaltung der Stadt haben können. Unsere Stadt lebt von den Ideen und der Kreativität seiner Bürgerinnen und Bürger. Diese sind in unsere zukünftige Stadtentwicklung als Basis einzubinden. Die Kernstadt und die Ortschaften gilt es weiter zusammenzubringen.

Die Gegenwart und Zukunft wird begleitet durch die Corona Pandemie, den Klimawandel, dem demografischen Wandel, der Digitalisierung, der Globalisierung mit lokalen Auswirkungen u.a. Diese Entwicklungen erfordern kein weiter so, sondern neue Ziele und neue Wege. Wenn wir unsere Stadt gestalten, dann sind wir aufgefordert viele Bereiche mitzudenken: Offenheit, Klima, soziale Teilhabe, Servicequalität, Natur, Enkeltauglichkeit u.v.a.m.! Basis für die zukünftige Entwicklung ist die Daseinsvorsorge in der Kernstadt und in den Ortschaften, für die ich mich beginnend bei der hausärztlichen Versorgung bis zur familienfreundlichen Kinderbetreuung einsetzen werde.

Die Erhöhung der Attraktivität als Wirtschafts- Arbeits- und Wohnort hat für mich eine genauso hohe Priorität. Hierzu zählen u.a. eine offene Wirtschaftsförderung als Netzwerk innerhalb der Stadt, der Ausbau einer Radwegeinfrastruktur in der Kernstadt und als Verbindung zu den Ortschaften sowie Bauplätze für junge Familien. Burg Süd sehe ich als Stadtquartier der Zukunft. Durch innovative, kulturelle, ökologische Konzepte entsteht hier klimaneutrales und preisgünstiges Wohnen im Interesse des Allgemeinwohls.

Unter den aktuellen Umständen und absehbaren Entwicklungen setze ich mich für eine zeitnahe Planung und den Bau der B1n ein. Selbstverständlich unter Berücksichtigung der Siedlungsstrukturen sowie naturschutzrechtlicher und ökologischer Belange.

Die Kernstadt und die Ortschaften betrachte ich als ein gemeinsames Wir. Dennoch sollen die Ortschaften zukünftig eigenständige Orte bleiben. Ich unterstütze die Ortschaften bspw. bei der Entwicklung von Ideen zur örtlichen Nachversorgung. Der entwickelte grüne Gürtel durch die Landesgartenschauflächen soll erweitert werden durch Blühwiesen, vertikaler Begrünung, (Obst)-bäumen und Sträuchern. Ortschaften eigenständige Orte bleiben können Ich werde mich dafür einsetzen im Jahr 2028, zum Jubiläum 1080 Jahre Burg, den SachsenAnhalt-Tag nach Burg zu holen. Unsere Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft. Was sie wirklich benötigen und mit ihnen darüber zu sprechen und ihre Wünsche ernst zu nehmen, empfinde ich als eine der spannendsten Themen für unsere Stadt.

Burg für alle Generationen noch attraktiver zu gestalten und die Weichen für eine zukunftsorientierte, positive Entwicklung der Stadt zu stellen, besonders für meine Kinder und Enkel ist für mich eine Herzensangelegenheit.

Meetingpoint JL: 3. Was unterscheidet Sie vom bisherigen Bürgermeister, was würden Sie übernehmen und womit wollen Sie Ihre eigenen Akzente setzen?

Philipp Sievert:
Aufbauend auf die positive Entwicklung der Stadt unter dem bisherigen Bürgermeister Herrn Rehbaum, zählt es zu den ersten Akzenten, diese Entwicklung zu nutzen und direkt nach vorn zu schauen. Ein spannender Ansatz und ein Projekt, für dessen Umsetzung ich mich einsetzen werde, ist die eines Bürgerbudget (bspw. wie in Rathenow) für die Kernstadt und die Ortschaften als fester Bestandteil des Haushaltes. Hier können Projekte durch alle Bürgerinnen und Bürger eingereicht werden, diese werden auf Umsetzbarkeit geprüft und die Projekte mit den meisten Stimmen werden im darauffolgenden Jahr verwirklicht.

Unsere Lage zwischen Wolfsburg, Magdeburg, Potsdam, Berlin macht uns als Wohnort und Arbeitsort mit viel Raum für Möglichkeiten wahnsinnig attraktiv. Diese Besonderheit muss nach innen und außen wirken. Wir müssen die strukturellen Bedingungen so anpassen und weiterentwickeln, dass Menschen aus anderen Regionen in Zukunft hierherziehen oder wieder zurückkommen wollen. Ortsansässige sollen keinen Grund mehr haben, unsere Stadt zu verlassen.

Begeben wir uns auf einen Streifzug durch Burg in ein paar Jahren… Wie wundervoll wäre es, wenn wir in der Innenstadt neben den vielen bestehenden Einzelhändlern bspw. einer Frau begegnen, die an wiederverwertbaren Produkten werkelt und diese verkauft. Wir sehen daneben eine kleines Lokal, in dem aus regionalen und exotischen Gemüse und Obst gesunde Smoothies und Fruchtaufstriche angeboten werden. Unweit davon entdecken wir ein Grünes Klassenzimmer neben einem Spielplatz mit ortsveränderlichen Möbeln und einem kleinen Tauschregal.

Ein medizinisches Versorgungszentrum sorgt für eine erhöhte Frequenz in der Innenstadt und für eine bessere medizinische Versorgung. Die Ärzte könnten über ein Stipendium gebunden werden. Eine Genossenschaft bietet in einem Gebäude einen Laden an, in dem zurzeit eine Existenzgründerin ihre nachhaltige Mode für drei Monate mietgünstig anbieten kann. Darüber werden verschiedene Büroformen mit Breitband (Coworking-Spaces) für Jungunternehmen vergünstigt angeboten. In einem Gebäude in nachhaltiger Bauweise bietet der Burger Industrie- und Gewerbeverein e.V. ein Schauladen der Wirtschaft über die Produkte und Dienstleistungen die in Burg entstehen und angeboten werden. In anderen Räumen befinden sich kleinere Maschinen, an denen Tüftler und Existenzgründer an ihren eigenen Ideen experimentieren können. Es werden Workshops zum Umgang mit den Maschinen angeboten. Die Unternehmen haben die Möglichkeit Talente von morgen zu entdecken. Ehrenamtliche übernehmen die Betreuung der Räume. Projektteams der Unternehmen nutzen innovativ gestalte Bereiche, wenn sie an neuen Ideen und Produkten arbeiten.

Bunt gemischte Gruppen (Burger Jugendliche, Senioren und Studenten einer regionalen Hochschule) laufen durch die Altstadt und überlegen sich in Gemeinschaftsprojekten, Baulücken zu gestalten und Nutzungsideen für ältere Häuser zu entwickeln. Unter dem Motto „Wohnen, Leben und Arbeiten im modernen Mittelalter“ werden bspw. die Baulücken als Stadtgärten oder Freiraumausstellungsflächen genutzt. Initiativen entwickeln ein Haus für gemeinsames Wohnen verschiedener Generationen.

Es gibt viele Ideen und Akzente die wir gemeinsam angehen und umsetzen können. Wir selbst sind am Ende dafür verantwortlich gemeinsam für eine attraktive Stadt einzustehen und diese auch zu gestalten.

Meetingpoint JL: 4. Gerade in der aktuellen Zeit ist Digitalisierung auch hierzulande ein absolutes Novum in Sachen Gemeinschaftsentwicklung und Verwaltung, wie sieht die digitale Landschaft der Gemeinde Burg für Sie in den nächsten Jahren aus und was werden Sie für dessen Umsetzung tun?

Philipp Sievert:
Grundlage für alle weiteren Aktivitäten und Projektentwicklungen ist der flächendeckende Ausbau mit Glasfaser und Mobilfunk im gesamten Stadtgebiet und den Ortschaften. Um die Kräfte zu bündeln sehe ich es als erforderlich an, gemeinsam mit den Kommunen und dem Landkreis bis zum Jahr 2025 ein zukunftsfähiges und flächendeckendes Glasfasernetz zu erschließen. Hier sollte jede mögliche Energie strategisch eingesetzt werden, um durch Fördermittel und dauerhafte Netzwerkarbeit Erfolge zu erzielen. Die technischen Entwicklungen bspw. in den Bereichen vernetzte Mobilität/Logistik, smarte Pflege und Versorgung, Tele-Medizin und Smarte Landwirtschaft erfordern umgehendes Handeln.

Die Nutzung von Online Dienstleistungen ist vollumfänglich auf das Ziel ausgerichtet, kundenorientiert zu denken und zu handeln. Diese Erwartungshaltung von Bürger*innen spiegelt sich auch immer mehr gegenüber der Verwaltung wieder. Der Ausbau zur Nutzung von digitalen Dienstleistungen ist ein absolutes Erfordernis, um den Bürgern die bürokratischen Wege zu erleichtern. Auch wenn digitale Angebote noch nicht komplett ausgereift sind, sollte im Sinne der Bürger*innen Neues ausprobiert werden und digitale Angebote nach und nach online gehen. Die Bürger*innen beteiligen sich somit direkt an der Entwicklung der Dienstleistungsangebote der Stadtverwaltung und tragen zur Servicequalität bei.

Darüber hinaus werden die digitalen Möglichkeiten dazu genutzt, die Menschen zu beteiligen (Umfragen) und mitbestimmen zu lassen (Stichwort Bürgerhaushalt). Hinzu kommen die sozialen Netzwerke (Facebook, Instagram u.a.), die für ein aktives Stadtmarketing zielgerichtet eingesetzt werden, sowie die Bürger*innen über wichtige Entwicklungen informieren sollen.

Meetingpoint JL:
5. Auch Burg hat ein enormes Haushaltsdefizit und muss genauso wie andere Gemeinden, 2028 schuldenfrei sein. Wie sieht Ihr Plan für das Haushaltskonsolidierungskonzept 2028 im Groben aus, Konsolidierung auf den Schultern der Bürger und Unternehmen oder haben Sie eventuell einen eigenen Ansatz für 2028?

Philipp Sievert:
Der Haushalt bildet die finanzielle Grundlage für das Handeln der Stadt. Aus diesem Grund ist es zunächst absolut notwendig, die Bürger*innen mitzunehmen und ihnen verschiedene Handlungserfordernisse zu erklären. Auch sind die Bürger*innen gefragt, Ideen und Anregungen einzubringen. Eine Haushaltskonsolidierung darf jedoch nicht losgelöst von der Gesamtentwicklung der Stadt gesehen werden. Der angestrebte Weg Investitionen für die Zukunft unserer Stadt zu tätigen ist absolut notwendig. Die bereits getroffenen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung, die verwaltungsinterne Haushaltspolitik (bspw. durch Haushaltssperren und Prozessoptimierungen) sowie die strategische Haushaltsplanung leisten ihren Beitrag zum schnellstmöglichen Haushaltsausgleich und sind somit konsequent weiterzuverfolgen.

Darüber hinaus befinden sich Ansätze zur weiteren Haushaltskonsolidierung in der Beantwortung zu den Fragen zwei und drei. Ziel muss es sein, die Anziehungskraft der Stadt für Unternehmen, Arbeitnehmer*innen und Bürger*innen zu steigern. Durch regionale Wirtschaftskreisläufe, der Kaufkraft vor Ort, den Gewerbesteuern und der anteiligen Lohnsteuer erhöht sich die Einnahmeseite. Sparen nur als Selbstzweck kann und darf nicht Ziel verantwortungsvoller und zukunftsorientierter Stadtpolitik sein.

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Bilder


  • Bürgermeisterkandidat Philipp Sievert. Foto: privat


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