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Sieben Jahrzehnte Feuerwehr und ein Ausblick in die Zukunft

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 22.05.2022 / 10:03 Uhr von mz/pm
Christian Luckau von der FFW Lostau berichtet: Eine Jahreshauptversammlung im Mai durchzuführen, das ist für die Freiwillige Feuerwehr Lostau ungewöhnlich und doch in Zeiten von Quarantäne und Inzidenzen normal. So störte sich denn auch niemanden der Anwesenden, statt des sonst üblichen langen Hemdes nun ein Kurzes tragen zu können.

Hemdsärmelig ging es dennoch nicht zu. Der Lostauer Ortswehrleiter René von Dombrowski begrüßte nicht nur pünktlich, sondern auch gut vorbereitet die Blauröcke seiner Wehr, den Gemeindebürgermeister Bernd Köppen und den Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner. Sie vernahmen, wie von Dombrowski die Einsatzstatistik für 2021 aufgliederte. 36 Einsätze hatte die Lostauer Wehr in 2021 abgeleistet. 

Die Unterteilungen in Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen und Einsätze zur sonstigen Hilfeleistung zeigten deutlich, wie breit gefächert das Einsatzspektrum einer modernen freiwilligen Feuerwehr heute ist. Besonders die Einsätze auf der Bundesautobahn 2 und die Brandeinsätze hob der Wehrleiter dabei hervor. Mit ihnen verknüpfte er nicht nur eine besondere Leistung aller Einsatzkräfte, sondern auch die Notwendigkeit, entsprechende Einsatzmittel für die Abarbeitung zur Verfügung zu haben. 

Diese Einsatzmittel werden noch in diesem Jahr in Form von zwei neuen Einsatzfahrzeugen für die Freiwillige Feuerwehr Lostau modernisiert. Schon Ende Juli wird die Wehr durch ein Drehleiterfahrzeug (DLK) verstärkt. Ende September soll dann das bisherige, 2001 angeschaffte Löschgruppenfahrzeug 8/8 durch ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug 20/20 (HLF) ersetzt werden. René von Dombrowski wies in diesem Zusammenhang auf eine dann zu erwartende höhere Einsatzdichte hin, die sich auch ohne DLK und HLF bereits in den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 abzeichnet. 

Wurde die Lostauer Wehr doch im laufenden Jahr bisher zu 29 Einsätzen alarmiert. Auch der Gemeindebürgermeister Bernd Köppen verwies in diesem Zusammenhang auf die hohen Investitionssummen, die die Gemeinde Möser aufbringe, um die freiwilligen und ehrenamtlich agierenden Einsatzkräfte modern und aufgabengerecht auszustatten. Gleichzeitig dankte er den Blauröcken für ihre ehrenamtliche Arbeit. 

Dem schloss sich Dirk Jeitner als Gemeindewehrleiter an. Für ihn waren die im Jahr 2021 trotz Pandemie und Infektionsschutzmaßnahmen erbrachten Ausbildungs- und Einsatzzeiten einen Grund des Stolzes. Ebenso stolz machte es ihn nach eigenen Angaben, dass es die Jugendfeuerwehr Lostau trotz zweijähriger Dienstpause schaffte, ihren Mitgliederbestand zu halten und sogar durch Neuzugänge zu erhöhen. 

Dass vier der momentan zwölf Jugendfeuerwehrmitglieder im nächsten Jahr in die Einsatzabteilung wechseln werden, zeigte für Jeitner, die gute Zusammenarbeit zwischen Wehr und Jugendfeuerwehr und die Notwendigkeit des Erhaltens von Jugendfeuerwehren in der Gemeinde Möser. Den Hinweis auf die Nachwuchsgewinnung hatte zuvor Feuerwehrjugendwart Andreas Brauns in seinem Jahresbericht gegeben. Er erklärte, dass in diesem Jahr versucht werden soll noch weitere Kinder und Jugendliche von der Jugendfeuerwehr und dem Ehrenamt in der Feuerwehr zu überzeugen. Dafür sind neben den regelmäßigen Übungsdiensten auch weitere Aktionen geplant.

Dies ist auch notwendig, wie sich im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung zeigte. Gleich acht bisherige Einsatzkräfte wurden auf Wunsch und aufgrund ihres Lebensalters in die Alters- und Ehrenabteilung versetzt. Sie hängten ihre aktive Zeit sprichwörtlich an den Nagel und ein solcher wurde ihnen dann auch vom Wehrleiter samt Urkunde überreicht. Mit den acht altgedienten Blauröcken, die viele Jahrhunderte #112prozentfuerlostau gaben, gehen nicht nur Einsatz- und Ausbildungserfahrung, sondern ganze Familiendynastien in der Feuerwehr Lostau verloren. Welchen Stellenwert die Feuerwehr im Leben eines Feuerwehrmitgliedes einnimmt, zeigte die Ehrung von Kurt Bendler. Er wurde mit Respekt und Hochachtung aller für 70 Jahre treue Dienste in der Feuerwehr ausgezeichnet. Ein halbes Jahrhundert ist auch Walter Sünder schon bei den Blauröcken. Er erhielt die Anstecknadel für 50 Jahre treue Dienste. Weitere Ehrungen und Beförderungen folgten. 

Beförderungen
Niklas Göhring zum Hauptfeuerwehrmann
Marco Förster zum I. Hauptfeuerwehrmann 
Dirk Henschel zum I. Hauptfeuerwehrmann 
Andreas Brauns zum Oberlöschmeister 
Florian Furgber zum Brandmeister 
Sebastian Thrömer zum Oberbrandmeister 

Ehrungen
Daniel Dümeni für 10 Jahre treue Dienste Skadi Schmidt für 10 Jahre treue Dienste 
Mario Richter    für 30 Jahre treue Dienste 
Andreas Busch für 40 Jahre treue Dienste Walter Sünder für 50 Jahre treue Dienste Kurt Bendler für 70 Jahre treue Dienste 

In die Alters- und Ehrenabteilung versetzt 
Andreas Busch
Torsten Meseberg
Ulrich Meyer
Henning Meyer
Thomas Voigt
Gerold Wünsch
Holger Ziegler
Rainer Ziegler
 

Bilder

Die jüngste Geehrte für 10 Jahre Mitgliedschaft in einer freiwilligen Feuerwehr war Skadi Schmidt (20). Sie erhielt ihre Ehrung vom Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner. (Die Dienstzeit in der Jugendfeuerwehr wird angerechnet.) JaHaVe FF Lostau. Foto: FF Lostau / Christian Luckau
Kurt Bendler erhalt für seine 70-jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Lostau, eine Urkunde von Ortswehrleiter René von Dombrowski. Foto: FF Lostau / Christian Luckau
..und anschließend die entsprechende Ehrennadel von Gemeindewehrleiter Dirk Jeitner überreicht. Foto: FF Lostau / Christian Luckau
Florian Furber (rechts) wurde mit seiner Beförderung zum Brandmeister in den Offiziersstand der Freiwilligen Feuerwehren erhoben. Seine neuen Kragenspiegel, Schulterstücken und die entsprechende Mützenkordel überreichte ihm Gemeindebürgermeister Bernd Köppen. Foto: FF Lostau / Christian Luckau
Sebastian Thrömer erhielt von Gemeindebürgermeister Bernd Köppen seine neuen Schulterstücke JaHaVe. Foto: FF Lostau / Christian Luckau
Um seine Feuerwehrkarriere auch visuell an den Nagel hängen zu können, erhielt Thorsten Meseberg eben einen solchen von Ortswehrleiter René von Dombrowski überreicht. Foto: FF Lostau / Christian Luckau
Foto der beförderten, geehrten und in die Alters- und Ehrenabteilung übergetretenen mit dem Gemeindebürgermeister, dem Gemeindewehrleiter und dem Ortswehrleiter. Foto: FF Lostau / Christian Luckau
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Kommentare

  •  
    C. Luckau schrieb um 18:38 Uhr am 22.05.2022:
    So ein klein wenig hat der Löschknecht ja recht.
    Stammen die Effekten ja noch aus preußischer Zeit.
    Also aus der Zeit Preußens, bei der das Land in ein Reich integriert war.
    Damals, als an den linken Ärmeln noch Adler prangten, da wurde das mit der Unterscheidung der Führungs- und Mannschaftsdienstgrade über Effekten mit Litzen und Mützenkordeln eingeführt.
    Führungsdienstgrade, auch Offiziere genannt, erhielt Kragenspiegel mit Silberlitzen. Mützenkordeln aus Silbergespinnst. In der Verordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen vom November 1936 sind die Führungsdienstgrade als Führungsdienstgrade und Offiziere als Zugführer benannt.
    Das Ganze wurde im antifaschistischen Deutschland, auf beiden Seite der Mauer dann bis heute beibehalten. Die Führungsdienstgrade, Offiziere, behielten diese Form der Unterscheidung von den Mannschaftsdienstgraden, zu denen auch Maschinisten gehörten, denn die Maschinisten sind durch Ausbildungsabzeichen gekennzeichnet. Im übrigen auch heute noch. So wie die Atemschutzgeräteträger und in manchen Bundesländern die Funker. Das Einzige was wegfiel, war der Zusatz "Offiziere" . Das wurde vermutl. wegen des verordneten Antimilitarismus zu gehandhabt.
    Deshalb ist es , auch nach der Laufbahnverordnung des LSA nicht falsch von Offizieren zu sprechen, wenn es sich Führungsdienstgrade handelt. Das kann ein normaler Löschknecht aber nicht wissen. Macht aber nichts. Es kann ihm ja erklärt werden.

    Und wie schon geschrieben: Richtig lieber Löschknecht, das haben uns die Preußen vererbt.
    •  
      Löschknecht schrieb um 16:14 Uhr am 22.05.2022:
      Schon verwunderlich:
      Originaltext von Herrn Luckau:
      Florian Furber (rechts) wurde mit seiner Beförderung zum Brandmeister in den Offiziersstand der Freiwilligen Feuerwehren erhoben. Seine neuen Kragenspiegel, Schulterstücken und die entsprechende Mützenkordel überreichte ihm Gemeindebürgermeister Bernd Köppen. Foto: FF Lostau / Christian Luckau

      Sicherlich ist Herr Luckau nicht auf der Höhe der Zeit oder sollte sich mal mit den Rechtsvorschriften, wie der Laufbahnverordnung, beschäftigen. Da steht was von Einsatz- und Führungsdienst, aber nicht Offiziere.

      Dazu mal diese Fundstelle:

      Aus dem "Lexikon Brandschutz"; DDR 1986:
      Offiziersdienstgrade in den örtlichen freiwilligen Feuerwehren und in den betrieblichen Feuerwehren:
      Unterbrandmeister (Ubm.)
      Brandmeister (Bm.)
      Oberbrandmeister (Obm.)
      Brandinspektor (Bi.)
      Oberbrandinspektor (Obi.)
      Hauptbrandinspektor (Hbi.)

      Was sind denn jetzt die Truppführer oder Maschinisten? Soldaten, Gefreite, Unteroffiziere .....Die Frage ergibt sich auch mit Blick auf unsere Kameradinnen.
      Es wird der Eindruck erweckt, Herr Luckau ist preußisch-militärisch zeitenvergessen. Einfach mal in der Gegenwart ankommen.