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Gewerkschaft sieht Job-Perspektive für Geflüchtete aus der Ukraine im Gastgewerbe

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 20.05.2022 / 12:10 Uhr von mz/pm
Helfende Hände gesucht: Viele Hotels und Gaststätten im Kreis Jerichower Land sind derzeit dringend auf neues Personal angewiesen – und könnten dabei auch Geflüchteten aus der Ukraine eine Job-Perspektive bieten. „Vorausgesetzt, die Bezahlung stimmt. Denn wer vor dem Krieg flieht und bei uns Schutz sucht, darf nicht ausgenutzt werden. Viele suchen bereits nach Arbeit“, sagt Holger Willem von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Der Geschäftsführer der NGG-Region Magdeburg verweist auf aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. Danach zählte das Gastgewerbe im Landkreis Jerichower Land im April 29 offene Stellen – mehr als doppelt so viele wie noch vor einem Jahr. 

„Das ist auch eine Chance für die Gastronomen und Wirte, die faire Bedingungen bieten“, so Willem. Gerade das Gastgewerbe sei weltoffen: Dort arbeiteten schon immer Menschen unterschiedlichster Herkunft – auch aus Osteuropa. „Die Branche ist ideal für den Quereinstieg: Von der Küche bis zum Service – hier haben auch Beschäftigte ohne Berufsausbildung gute Chancen. Und Fachkräfte werden ohnehin dringend gebraucht – vom Barkeeper bis zur Hotelfachfrau“, betont Willem. 

Jetzt sei die Politik in der Pflicht, rasch die Weichen zu stellen, um das Fußfassen auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. „Wichtig ist, dass die ukrainischen Bildungsabschlüsse unkompliziert anerkannt werden. Und es muss einen vereinfachten Zugang zu Sprachkursen geben. Denn die Sprache ist der Schlüssel, um zurechtzukommen“, so Willem. 

Angesichts des hohen Anteils an Frauen mit Kindern unter den Geflüchteten müsse sich der Staat zudem um genug Kita- und Schulplätze kümmern. „Denn ohne Betreuungsangebote kommt für die Eltern maximal ein Minijob mit wenigen Wochenstunden infrage. Damit wäre allerdings die Chance auf eine echte berufliche Integration vertan“, warnt Willem. Das Potential der Geflüchteten sei enorm: Nach Angaben des Bundesinnenministeriums waren 92 Prozent der Ukrainerinnen in ihrer Heimat erwerbstätig oder befanden sich in der Ausbildung. Infos rund um die Arbeitsrechte, die Nicht-EU-Bürger haben, bieten die Beratungsstellen des gewerkschaftsnahen Netzwerks „Faire Integration“ – auch in ukrainischer Sprache (www.faire-integration.de). 

An die Adresse der Unternehmen macht der Gewerkschafter deutlich: „Das Gastgewerbe steht für Gastfreundschaft und Willkommenskultur. Dazu gehört in dieser Situation, dass die Menschen, die in der Branche arbeiten wollen, fair bezahlt und behandelt werden. Gleichzeitig sollten die Firmen Geduld haben, gerade wenn am Anfang Deutschkenntnisse noch fehlen.“ Das Hotel- und Gaststättengewerbe habe das Zeug dazu, ein „Integrationsmotor“ zu werden. Diese Chance sollte die Branche nutzen.

Bilder

Quelle: NGG
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Kommentare

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    Gast schrieb um 00:36 Uhr am 21.05.2022:
    Es ist ja schon seit Jahrzehnten so, dass hier die Ausländer die Arbeit machen, für die sich die Deutschen zu schade sind.
    •  
      Unverständlich schrieb um 21:12 Uhr am 20.05.2022:
      >>Angesichts des hohen Anteils an Frauen mit Kindern unter den Geflüchteten müsse sich der Staat zudem um genug Kita- und Schulplätze kümmern.<<

      Der Staat und die Länder schaffen es ja nicht einmal, für die eigenen Kinder genügend und ausreichend nutzbare Kita- und vor allen Dingen saubere Schulplätze (WC´s) zu schaffen.

      In jedem Wahlkampf wird von Bildung „geschwafelt“, dann nach der Wahl wird aus Gründen von fehlendem Geld das Projekt still und leise zu Grabe getragen, bis zum nächsten Wahlkampf. Das haben wir mittlerweile viel zu oft in Deutschland erleben müssen.
      Deutsches Steuergeld für die Ukraine ist immer kurzfristig vorhanden, siehe den FDP- Bundesfinanzminister Christian Lindner, der gestern 1 Milliarde Euro kurzfristig an die korruptionsgeschüttelte Ukraine vergeben hat. Rückzahlung? Ungewiss. Also verschenkt.
      • realitylive schrieb um 22:30 Uhr am 20.05.2022:
        im Gastgewerbe arbeiten schon immer Menschen mit unterschiedlicher Herkunft.
        Den rest Deines Kommentars ist nicht lesenswert.
    •  
      Naiv schrieb um 12:52 Uhr am 20.05.2022:
      Vielleicht sollte man den arbeitswütigen Flüchtlingen erst einmal erklären wer Karl Lauterbach ist! Wozu in einem Job integrieren wenn im Herbst bestenfalls Kurzarbeit auf dem Plan steht?! Wer hat denn diese Knappheit in den Berufen provoziert? Von einem Lockdown ohne Wirkung in den nächsten, ja das war wirtschaftlich sehr hilfreich. Integration saisonbedingt, das klingt gut! Ironie Ende.