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Demonstranten in Genthin fordern: "Nicht nur reden, sondern machen!"

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 20.11.2021 / 14:00 Uhr von mz
In Genthin sind heute nach Polizeiangaben rund 200- 250 Demonstranten auf die Straße gegangen. Aufgerufen hatte dazu der Verein Pro Krankenhaus Havelberg und der Ausschuss Medizinische Versorgung Genthin. Vor dem Ärztehaus startete der Protestzug in Richtung Marktplatz.

Direkt vor dem Rathaus hatten Politiker der einzelnen Landtagfraktionen die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge, zum Thema „Medizinischer Notfall Genthin- Für eine zukunftsfähige medizinische Versorgung“ zu äußern. 

Genthin hat seit vier Jahren kein Krankenhaus mehr. Bemühungen, an dem einstigen Standort eine Alternative zu schaffen, in Form eines MVZ, Portalklinik etc. führten bislang nicht zum Erfolg. Auch die bislang vergeblichen Bemühungen, wie zum Beispiel die Landespolitik auf die Probleme in der ländlichen Region hinzuweisen, etwa mit dem Besuch der Sozialministerin Grimm-Benne im Stadtkulturhaus brachten keinen Erfolg, so Bürgermeister Matthias Günther (parteilos). 

Überrascht über Zuspruch
Der GRÜNEN-Stadtrat und Mitglied des Ausschusses Medizinische Versorgung Genthin Lutz Nitz zeigte sich überrascht, dass die rund 200-250 Demonstranten, darunter der Havelberger Bürgermeister, so zahlreich an der Kundgebung und dem vorherigen Protestzug teilgenommen hatten. 

Die Genthiner, Havelberger und weitere Bürger aus der Region wollten mit den heutigen Protesten zeigen, dass Hilfe im ländlichen Raum dringend benötigt wird. Bis zu den nächsten Krankenhäusern in Burg, Brandenburg oder Stendal dauert es rund 20- 30 Minuten. 

Perspektiven sind gefragt
Die Politik habe sich seit Jahren dem Thema nicht gewidmet, kritisierte Gordon Heringshausen in einem Gespräch mit dem Meetingpoint am Rande der Veranstaltung. Er ist der Meinung, dass die Kommunen an einen Tisch geholt werden müssten. Dies könnte zum Beispiel bei einer regionalen Versorgungskonferenz geschehen, um mit den Kommunen ins Gespräch zu kommen. Die Kostenträger, die KV, die Landes- und Kommunalpolitik und Krankenhäuser sollten daran teilnehmen, um zu schauen, was man für die ländlichen strukturschwachen Regionen, wie es Genthin ist, perspektivisch tun kann. Noch sei Genthin mit Ärzten gut ausgestattet. Er warnte aber, dass die Situation in 5 oder 10 Jahren schwierig werde und es eine Katastrophe gebe.

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