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Handwerk- Herbst-Umfrage zeigt: Rasante Preissteigerungen gefährden Konjunktur

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 22.10.2021 / 09:02 Uhr von mz/pm
Die Geschäftslagelage im Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg erholt sich von den wiederholten Einschnitten im Frühjahr des Jahres. Mit 55 Prozent beurteilt wieder mehr als die Hälfte die aktuelle Lage mit gut; 10 Prozent berichten von einer schlechten Lage. Der Geschäftsklimaindikator, bei dem auch die Erwartungen berücksichtigt werden, liegt mit 90 von 100 möglichen Punkten auf einem hohen Niveau und damit nur knapp unter dem Vor-Krisen-Wert. Im Frühjahr war der Indikator wieder abgestürzt, wenn auch nicht so drastisch wie im Vorjahr. Das ist das Ergebnis der Herbstkonjunkturumfrage, die die Handwerkskammer gestern in Magdeburg vorlegte.

Eine konjunkturelle Stütze bleiben die Bauhandwerke, die trotz Preissteigerungen und Materialengpässen gut ausgelastet sind. Im Bauhaupthandwerk können 66 Prozent der Betriebe von einer guten Geschäftslage berichten, im Ausbauhandwerk 72 Prozent. Die Auftragsbücher sind im Bauhaupt- und Ausbauhandwerk durchschnittlich für die nächsten 11 Wochen gefüllt. 

Auch in den anderen Gewerken zeichnet sich eine Erholung der Lage ab, wenn auch, je nach betrieblichen Schwerpunkten, deutliche Unterschiede bestehen. 

„Auch wenn sich die Stimmung im Vergleich zum Frühjahr wieder deutlich verbessert hat, sehen wir doch den weiteren Lieferengpässe bei bestimmten Produkten und auch der dynamischen Preisentwicklung – vor allem bei den Energiepreisen – mit großer Sorge entgegen. Die Politik ist nun gefordert, einzugreifen“, sagte Hagen Mauer, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, gestern bei einem Pressegespräch. 

Der Beschäftigungssaldo – das ist die Differenz aus Betrieben, die Personal eingestellt und denen, die Personal abgebaut haben – zeigt sich, trotz der guten Lage im Bau, negativ. 9 Prozent der befragten Handwerksbetriebe haben die Zahl ihrer Mitarbeiter reduziert und 8 Prozent haben die Zahl erhöht. Die anderen Betriebe haben den Personalbestand konstant gehalten. Für das Winterquartal plant die Mehrheit der Inhaber, die Beschäftigtenzahl konstant zu halten. Bei den Friseuren und Kosmetikern liegt der Beschäftigungssaldo deutlich im negativen Bereich. 

Die meisten Unternehmen haben auch in der Krise an ihren Mitarbeitern festgehalten. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden. Die gute Auslastung bis an die Kapazitätsgrenzen zeigt, dass vor allem die Baubetriebe mit dem Beschäftigungsaufbau in den starken Auftragslagen kaum hinterherkommen. 

„Wir müssen weiter daran arbeiten, dass das Handwerk noch attraktiver für Auszubildende und für Fachkräfte wird“, so Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. „Wir sind froh, dass die neue Landesregierung hier einige unserer Forderungen mit ins Regierungsprogramm aufgenommen hat, die Meistergründungsprämie und das Azubi-Ticket beibehalten und Berufsorientierung auch an Gymnasien einführen will. Wir hoffen nun auf eine konsequente Umsetzung“, so Mauer und Grupe. 

Kammerbezirkszahlen: Im Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg sind derzeit 11.813 Betriebe eingetragen. Das entspricht einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Anzahl der Beschäftigten im Handwerk ist mit ca. 66.000 Mitarbeitern leicht zurückgegangen. Geschäftslage nach Landkreisen: Im Landkreis Stendal beurteilen 58 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2021 waren hier 1.461 Handwerksbetriebe eingetragen. 

Im Landkreis Jerichower Land beurteilen 54 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2021 waren hier 1.231 Handwerksbetriebe eingetragen. 
 

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