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Eichenprozessionsspinner: Der NABU fordert eine ausgewogene Strategie

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Stadtgeschehen

Erstellt: 19.07.2021 / 15:10 von mz/pm

Der Eichenprozessionsspinner (EPS) ist in Sachsen-Anhalt zurzeit ein viel diskutiertes Thema. In den Landkreisen Stendal, Westliche Altmark und im Bereich Dessau-Roßlau finden sich in diesem Jahr Schwerpunkte des Befalls. Aber auch an anderen Standorten, vor allem im nördlichen Sachsen-Anhalt, kommt das Insekt vor.

Ein verstärkter Befall von Eichen mit Nestern und Raupen des EPS kann forstliche Schäden anrichten und eine Gesundheitsgefahr für den Menschen, aber auch für Haus- und Wildtiere darstellen. Eine universelle Bekämpfungsmethode, die sowohl den Bäumen, Anwohner*innen und anderen Organismen im Ökosystem gerecht wird, gibt es jedoch nicht. Der NABU fordert daher eine sachliche Diskussion zur EPS-Problematik und eine ausgewogene Bekämpfungs-Strategie.

Die Raupen des EPS bilden Brennhaare aus, die bei Kontakt mit der Haut gesundheitsschädlich sein können. Gerade im Stadtgebiet ist daher eine Bekämpfung der Nester und Raupen notwendig, um eine Gefährdung für die Anwohner*innen zu vermeiden. Betroffene Gemeinden können sich zur Abstimmung von Maßnahmen an das Landeszentrum Wald wenden.

„Bei der Bekämpfung des EPS sollte immer eine Kombination von Maßnahmen genutzt werden. Gerade die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln muss abgewogen werden und stellt mit mechanischen Maßnahmen und vorübergehenden Sperrungen betroffener Gebiete nur einen Teil der Strategie dar“, verdeutlicht Katja Alsleben, Vorstandsvorsitzende beim NABU Sachsen-Anhalt.

„Das Auftreten von Schädlingen im städtischen Bereich verlangt ein hohes Augenmaß beim Einsatz von Bekämpfungsmethoden.“ Zum Schutz der menschlichen Gesundheit fordert der NABU daher ein gezieltes Vorgehen bei der Bekämpfung des EPS. Vorrangig sollten dabei mechanische Verfahren (Absaugen der Nester) genutzt werden und nur nach Einzelfallprüfung der Einsatz von Bioziden erfolgen.

Der flächige Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Wald bedarf ebenfalls einer weiteren Gefahrenabschätzung. „Der Wald ist nicht nur von hoher wirtschaftlicher Bedeutung, sondern auch ein Lebensraum. Eichenmischwälder sind sehr artenreich und beherbergen eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen, darunter zahlreiche Spezialisten und Arten der Roten Liste“, erklärt die NABU Vorstandsvorsitzende. „Der Eintrag von Bioziden stellt gerade für die Insektenvielfalt eine Gefahr dar und trifft möglicherweise auch natürliche Gegenspieler des EPS.“

Im Zuge des Klimawandels verschärfen sich die Umweltbedingungen für Wälder insgesamt und verbessern sich gleichzeitig für die meisten der Schädlinge. Unsere Wälder stehen gerade vor der großen Herausforderung, sich an diese Veränderungen anzupassen. Forstwirtschaft und Naturschutz müssen gemeinsame Wege finden, die nicht nur die Symptomatik, sondern die Ursachen bekämpfen.

Katja Alsleben: „Wir erwarten in der gerade auftretenden Massenvermehrung des EPS ein erhebliches Umdenken bei den Waldeigentümern und auch starke Akzente seitens der Politik.“ Der NABU hofft auf eine Rückbesinnung auf urtypische forstliche Traditionen wie Nachhaltigkeit, naturgemäße Waldwirtschaft und natürliche Verjüngung der Wälder.

Im Hinblick auf die sich ändernden Umweltbedingungen sollte die ökologische Forstwirtschaft gestärkt werden, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erheblich reduziert. Zur effektiven Bekämpfung von Schädlingen wie dem EPS können Frühwarnsysteme eingerichtet werden, die auch die aktuelle Situation und Vorschäden der Bäume erfassen.

Um Strategien für einen nachhaltigen und zukunftssicheren Umbau unserer Wälder zu verwirklichen, sind umfassende Maßnahmen gefordert - mehr Personal, das sich vor Ort um den Wald kümmert, langfristige Zusammenarbeit von Forschung und Praxis sowie finanzieller Rückhalt für Waldeigentümer in der kommenden schwierigen Zeit.

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Bilder


  • Foto: NABU-Landesverband Sachsen-Anhalt e. V. , Helge Mey


Kommentare (2)

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Kostenträger schrieb um 19:31 Uhr am 19.07.2021:

Am 17. Juli haben Starkregenereignisse in Österreich im Raum Hallein/Dürnberg eine Hochwasserwelle ausgelöst, die zur Überflutung der historischen Altstadt von Hallein geführt haben.

Weil die bestehenden Verbauungsmaßnahmen am Kotbach bisher nur einen unzureichenden Schutz vor Wildbachgefahren bieten, wurde im Jahr 2014 ein Schutzprojekt geplant, das 2016 vom Bund und dem Land Salzburg genehmigt wurde.

Das Genehmigungsverfahren dafür läuft seit 2016 und konnte aufgrund von Einsprüchen des Naturschutzbundes Salzburg bis Ende 2020 nicht umgesetzt werden. Die Einsprüche hatten das Ziel, wirksame Sperrbauwerke zu verhindern, weil man das Landschaftsbild gefährdet sah. Das Verfahren ist bis zum Bundesverwaltungsgericht gegangen und hat eine Umsetzung der Schutzmaßnahmen daher um Jahre verzögert.

Mit Dezember 2020 hat das Bundesverwaltungsgericht die bescheidmäßige Rechtsgrundlage für die Freigabe der Projektumsetzung erteilt. Mit der Revisionsentscheidung des VwGH vom 11.Mai 2021 wurde die Revision des Naturschutzbundes Salzburg als unbegründet abgewiesen.

Hoffentlich wird der „Naturschutzbundes Salzburg“ wegen „sinnloser Klagewut“ für die den Bürgern entstandenen Kosten in Haftung genommen!

Leser schrieb um 18:51 Uhr am 19.07.2021:

Wenn dem NABU der EPS so wichtig ist saugen wir doch die Nester ab und schicken diese zur NABU-Zentrale.
Vielleicht nehmen die Mitarbeiter die Tierchen dann auch mit nach Hause.