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Vorgestellt: Der Heimatverein Burg und Umgebung e.V.

Theater
  • Erstellt: 24.07.2020 / 07:04 Uhr von cl
Neben zahlreichen sportlichen und kulturellen Vereinen gibt es im Jerichower Land auch so einige Vereine, die sich dem Erhalt der Heimat und der Traditionen in der Region verschrieben haben. Dazu zählt auch der Heimatverein Burg und Umgebung.

Der Verein bewahrt mit viel Engagement die historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt Burg. Die 1. Vorsitzende des Vereins, Karin Zimmer, informiert euch heute über die Vereinsarbeit:

Meetingpoint JL: Wie lange gibt es euren Verein schon und wie viele Mitglieder habt ihr aktuell?
Karin Zimmer: Der Heimatverein Burg und Umgebung e.V. wurde am 27.11.2001 gegründet und hat aktuell 48 Mitglieder.

Meetingpoint JL: Was sind die Hauptaktivitäten eures Vereins?
Karin Zimmer: Laut Satzung: Der Zweck des Vereins ist vor allem
- die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger Zwecke
- die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege
- die Förderung der Heimatpflege und der Heimatkunde


Wir wollen die Denkmäler der Stadt Burg mit Unterstützung der Kommunalorgane bewahren und pflegen und der Öffentlichkeit zugänglich erhalten sowie Ausstellungen gestalten und veröffentlichen.

Meetingpoint JL: Auf welche Highlights/ Erfolge könnt ihr in eurer Vereinsgeschichte zurückblicken?
Karin Zimmer: 2015 beging der Verein mit vielen Gästen sein 15-jähriges Bestehen. Wir erforschen im Rahmen unserer Möglichkeiten insbesondere die Heimat- und Regionalgeschichte und verbreiten sie in Führungen. Der Heimatverein wurde 2005 Eigentümer des Bismarckturmes, der zwischen 2005 und 2007 umfassend saniert worden ist. Die Ausstellungen zur Sanierung des Turmes und zu Bismarck können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Von der Plattform des Turmes ist eine weite Sicht über Burg und Umgebung möglich.

Auf der Basis von Nutzungsverträgen mit der Stadt Burg hat der Verein historische Ausstellungen im Hexenturm, Kuhturm (u.a. original Gefängniszellen) und Berliner Torturm gestaltet und kümmert sich um deren Pflege. Führungen werden auch hier im Rahmen einer Altstadtführung angeboten.

In der Hainstraße 11 befindet sich der Vereinssitz des Vereins. Das krumme und schiefe Haus in der Hainstraße 12 aus dem 16. Jahrhundert ist in seiner Bauweise wohl einzigartig. Zur Straße Stock- und Etagenbauweise und zum Hof Hochständerbauweise. Hier befinden sich seit zwei Jahren u.a. das Original des Burger Trommlers von 1959 und die Ausstellung zur mehr als 300-jährigen Garnisonsgeschichte der Stadt Burg, sowie diverse Sonderausstellungen.

Die ehemalige Gerberwerkstatt im Hof verfügt über Maschinen und Anlagen zur Lederherstellung, eine Ausstellung zur Geschichte der Schuhfabrik Conrad Tack und Cie., sowie seit 2020 eine neue Ausstellung u.a. zur Handschuhproduktion in Burg. Das alles pflegt und gestaltet der Verein auf Basis eines Nutzungsvertrages und alles kann bei angemeldeten Führungen besichtigt werden. 2018 hatte der Verein über 16 600 Gäste (Landesgartenschau), 2019 über 6800 Gäste.

Meetingpoint JL: Gibt es besondere Traditionen?
Karin Zimmer: Am 19. Oktober 1891 – vor 125 Jahren – wurde unter dem Namen „Verein für Altertumskunde des Kreises Jerichow I“ ein Vorgänger unseres Heimatvereins gegründet. Dieser Verein war aus einem früheren Zweigverein des Vereins der Altertumskunde in Genthin hervorgegangen. Diesem Verein, der auch ein Museum in Burg gestaltete, das 1972 abgerissen wurde, fühlen wir uns verpflichtet.

Jährlich werden Veranstaltungen organisiert, der Neujahrstreff am Bismarckturm, Ostereiertrudeln, Bismarckturmlauf, Hoffest, Tag des offenen Denkmals, die Museumsnacht und Adventslesungen.

Meetingpoint JL: Warum lohnt es sich, in eurem Verein Mitglied zu werden?
Karin Zimmer: Wir bewahren die Geschichte der Stadt Burg und insbesondere die Industriegeschichte, denn leider gibt es seit 1972 in Burg kein Museum mehr, auch wenn nach 1990 in diese Richtung wieder Pläne bestanden. Personal und Geld für die Betreibung der Ausstellungen, die umfangreich wie in einem Museum sind, sind leider nicht geplant. Besonders nachgefragt werden Führungen von allen Schulen des Landkreises sowie aus Anlass von Klassen- und Familientreffen.

Meetingpoint JL: Vor welchen Herausforderungen steht der Verein in den nächsten Monaten und Jahren eventuell?
Karin Zimmer: Es wird immer schwerer, Mitglieder zu werben, da die Arbeit sehr umfangreich ist, aber unentgeltlich und gemeinnützig geleistet wird. Der Altersdurchschnitt beträgt zurzeit 60 Jahre und besonders die Älteren engagieren sich für die anstehenden Arbeiten.

Meetingpoint JL: Wie hat die Corona-Pandemie eure Vereinsarbeit beeinflusst? Nutzt ihr die Corona-Warn-App in eurem Verein?
Karin Zimmer: Wir nutzen die Warn-App nicht und haben darüber hinaus auch nicht die finanziellen Mittel- außer Mitgliedsbeiträgen. Da alle Veranstaltungen und Führungen ab März abgesagt werden mussten, fehlen Spenden und Führungsentgelte. Zuschüsse der Stadt für geplante Veranstaltungen, die durch den Verein kofinanziert werden sollten, können nicht in Anspruch genommen werden. Wir denken aber nicht ans Aufgeben.

An dieser Stelle ein Dank an den Landkreis, der 2020 die Sonderausstellung u.a. zur Handschuhproduktion in Burg bezuschusst hat.

Und: wir führen wieder Führungen in den Ausstellungen der Hainstraße 12 (Historische Gerberei), dem Bismarckturm und an den Stadttürmen durch. Mit dem Begehen der Stadttürme müssen wir dabei wegen der Abstandsregeln noch etwas warten.

Bilder

Fotoquelle: Heimatverein - Schusterplatz
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