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Im Interview: "5-Minuten-Gottesdienste" und ein völllig anderes Osterfest für Gläubige

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Interview

Erstellt: 12.04.2020 / 11:44 von mz

Ostern ist vor allem für Gläubige Menschen im Jerichower Land ein enorm wichtigest Fest. Doch in diesem Jahr ist alles anders, wie wir mit Ute Mertens, Supterintendentin des Kirchenkreises Elbe-Fläming sagte:

1. Wie haben Sie die letzten Tage mit der Coronakrise privat als auch geschäftlich erlebt?
Es ist schon eine besondere Situation. Mein Terminkalender ist fast komplett leer. Und das ist für mich etwas gewöhnungsbedürftig, gerade in diesen Tagen vor und um Ostern, die normalerweise sehr arbeitsreich sind. Auch als Superintendentin findet das meiste im Homeoffice statt. Viele Kontakte laufen über das Telefon - auch die zu Freunden und Familienangehörigen. Dringende dienstliche Sitzungen werden als Videokonferenzen abgehalten. Kleine Höhepunkte sind die Vorbereitungen zu den „Fünf-Minuten-Gottesdiensten“, die wir seit 3 Wochen mit einem kleinen Kreis von Kolleg*innen in verschiedenen Kirchen unter Einhaltung aller Auflagen aufnehmen und die auf dem Youtube-Kanal unseres Kirchenkreises zu sehen sind.

2. Sind die Kirchen im Jerichower Land zu Ostern geöffnet, gibt es Gottesdienste?
Gottesdienste und Veranstaltungen, wie wir sie sonst gewohnt sind, finden selbstverständlich nicht statt. Allerdings gibt es unterschiedliche und vielfältige Gottesdienstangebote im Fernsehen, Rundfunk und Internet. In einigen Kirchengemeinden werden Osterbriefe in die Haushalte verteilt, es gibt Telefongottesdienste und vieles mehr. Ich freue mich über die Kreativität, mit der die Osterbotschaft zu den Menschen gebracht wird. In vielen Orten werden gerade an Karfreitag, Karsamstag und zu Ostern die Kirchen zum stillen Gebet geöffnet sein. Die Oberkirche in Burg z.B. am Freitag, Sonnabend und Sonntag jeweils von 10.00 – 17.00 Uhr.

Am Ostersonntag um 10.15 Uhr, direkt nach dem Ostergottesdienst im ZDF, sind die Menschen eingeladen am offenen Fenster, auf dem Balkon, im Garten… gemeinsam das alte Osterlied: „Christ ist erstanden“ zu singen oder zu musizieren. In Burg wird es von einigen Bläsern vom Turm der Oberkirche erklingen.


3. Was wünschen Sie den Meetingpoint-Lesern an diesem etwas anderen Osterfest?
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, dass sie trotz Coronakrise Ostern feiern. Auch wenn vieles eingeschränkt ist, auch wenn vieles anders als gewohnt ist - Corona kann Ostern nicht aufhalten. Die Botschaft, dass Jesus lebt, gilt auch im Jahr 2020. Und ich glaube, gerade in dieser herausfordernden Zeit, ist diese Botschaft besonders mutmachend und hoffnungsvoll. Und das wünsche ich uns, dass wir trotz aller Einschränkungen, neuen Mut, neue Hoffnung und neue Zuversicht bekommen und diese an andere weitergeben können. Deshalb allen ein fröhliches und gesegnetes Osterfest!

4. Worauf freuen Sie sich nach der Krise?
Ich freue mich darauf, wieder in unseren Kirchen mit anderen Menschen schöne Gottesdienste und Feste zu feiern und Menschen in schweren Zeiten wieder im persönlichen Kontakt begleiten zu können. Wenn die Einschränkungen langsam wieder aufgehoben werden, freue ich mich, wieder im direkten Austausch mit Kolleg*innen und Partner*innen sein zu können. Und ganz persönlich freue ich mich, wieder Familienangehörige zu besuchen, mich mit Freund*innen zu treffen und mein Lieblingscafé wieder besuchen zu dürfen.

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Bilder


  • Supterintendentin Ute Mertens, Foto: Ute Mertens


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