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Nachgefragt: Was bringt ein Mundschutz? Und gibt es diesen für alle Menschen im Jerichower Land?

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Interview

Erstellt: 01.04.2020 / 18:22 von mz

In Österreich gilt ab heute eine Mundschutzpflicht in Supermärkten. Auch die Stadt Jena will ab der kommenden Woche als erste Stadt in Deutschland die Mundschutzpflicht im öffentlichen Nahverkehr, in Verkaufsstellen und in Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend einführen. Wie steht der Landkreis Jerichower Land zu den Plänen und wie sinnvoll sind Mundschutze? Der Meetingpoint hat bei Pressesprecherin Claudia Hopf-Koßmann nachgefragt:

Wie viel Sinn macht solch ein Mundschutz? Schützen diese die Menschen wirklich, oder lediglich bereits Infizierte? Für wen ist ein Mundschutz geeignet? Wo sollten die Mundschutze Ihrer Meinung nach getragen werden? Oder sind diese wenig wirkungsvoll? Was taugen selbstgenähte Mundschutze?

Ein Mund-Nasen-Schutz kann hilfreich sein, um andere Personen zu schützen. Auch ein selbstgenähter Schutz hält Tröpfchen zurück, wenn man hustet oder niest. Ein Mundschutz schützt nicht den Träger vor dem Virus sondern hält die eigenen Tröpfchen zurück, die das Virus übertragen könnten. Dieser Schutz für andere, wird empfohlen, wenn man selbst infiziert ist. Eine Sicherheitsmaske hingegen, wie sie vor allem von medizinischem und Pflegepersonal getragen werden sollte, umschließt vollständig Nase und Mund und besitzt eine von drei Schutzkategorien, die professionellen Schutz vor Krankheitserregern oder schädlichen Stoffen in der Luft bieten. Spezialmasken ab Klassifikation FFP2 (FFP steht für "filtering face piece") halten Viren wirklich ab.

Inwiefern befürwortet der Landkreis die Pflicht, Mundschutze zu tragen? Kann sich der Landkreis eine Pflicht zum Tragen der Mundschutze vorstellen?

Der Landkreis schließt sich der aktuellen Einschätzung des Robert-Koch-Instituts an, dass derzeit keine Notwendigkeit für eine Mundschutzpflicht in Deutschland besteht. Eventuelle Alleingänge machen hier auch keinen Sinn. Sofern die berufenen Experten es als zielführend ansehen sollten, bedarf es einer bundesweiten Regelung.

Hat der Landkreis ausreichend Mundschutze, die er der Bevölkerung zur Verfügung stellen kann?

Nein, aktuell haben wir für den Rettungsdienst und unser Personal ausreichend Schutzausrüstung. Gleichwohl warten wir auf die in Aussicht gestellten Lieferungen von Bund und Land. Parallel laufen sehr umfangreiche Beschaffungsmaßnahmen durch die Kreisverwaltung, die hierfür gesondertes Personal eingesetzt hat, dass rund um die Uhr versucht, Schutzausrüstung zu erwerben. Hier bleibt schlicht die Frage, wer kann liefern. Einige kleine Erfolge gibt es schon, aber eine Versorgung der gesamten Bevölkerung kann nicht abgesichert werden.

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