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Kinder wünschen sich späteren Schulbeginn – ist das in Sachsen-Anhalt möglich?

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Stadtgeschehen

Erstellt: 05.10.2019 / 07:02 von cl

Schulkinder in Deutschland würden gern später mit dem Unterricht beginnen. Laut einer repräsentativen Umfrage des KIKA unter rund 1300 Schülern der ersten bis sechsten Klasse, wünschen sich die Kinder einen durchschnittlichen Schulbeginn um 8.40 Uhr. Sind solche Wünsche in Sachsen-Anhalt überhaupt realisierbar? Wir haben für euch beim Landesschulamt nachgefragt. Die Ergebnisse lest ihr hier:

In der KIKA-Umfrage stellten die Interviewer den Kindern die Frage: „Wann hättest du den Beginn der ersten Stunde am liebsten?“. Etwa 98% der Kinder gaben als Antwort nicht nur ungefähre Vorstellungen, sondern gleich konkrete Uhrzeiten an.

Unterrichtsbeginn zwischen 8.30 Uhr und 8.50 Uhr
In den meisten Fällen lagen die Angaben zwischen 8.30 Uhr und 8.50 Uhr. Die Vorstellungen der Kinder decken sich mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin. Auch sie plädiert für mehr Schlaf, denn nur eine halbe Stunde weniger Schlaf kann bereits bewirken, dass die Leistungsfähigkeit von Kindern um bis zu 30% sinkt. Die Schule beginnt in Deutschland mehrheitlich zwischen 7 und 8 Uhr, in vielen Nachbarländern geht es deutlich später los.

In Sachsen-Anhalt dürfte ein späterer Schulbeginn zumindest für Grundschulen schwierig umzusetzen sein.
„Für die Grundschule mit verlässlichen Öffnungszeiten hat der Landesgesetzgeber in § 4 Absatz 2 SchulG i. V. m. § 1 Absatz 1 Verordnung zur Gestaltung der verlässlichen Grundschule bestimmt, dass die Grundschule nicht vor 7 Uhr und nicht nach 8 Uhr öffnet. Um an Grundschulen die Schule erst um 8.30 Uhr beginnen zu lassen, wären Veränderungen des SchulG und der Verordnung erforderlich“, erklärt Bianca Bär vom Landesschulamt Sachsen-Anhalt. Für die anderen Schulformen, wie z.B. Gymnasien und Sekundarschulen, gebe es hingegen keine Festlegung der Öffnungszeiten durch Gesetz oder Verordnung. Dort sei die Schulleitung, gemeinsam mit der Gesamtkonferenz der Schule, im Rahmen ihrer schulorganisatorischen Gesamtverantwortung befugt, Beginn und Ende des Unterrichts festzulegen, so die Sprecherin.

Der sachsen-anhaltinische Bildungsministier Marco Tullner (CDU) zeigte sich jüngst offen für einen späteren Unterrichtsbeginn, sofern Schulen diesen wollen. Wenn alle Beteiligten einen späteren Schulbeginn wünschen und die Rahmenbedingungen passen, sollte einem späteren Schulstart nichts im Weg stehen. Ihm sei diese Idee sehr sympathisch, hatte Tullner erklärt. Bei der Frage, ob der Unterricht später beginnen sollte, spielen jedoch nicht nur die Interessen der Schüler eine Rolle. Eine Anpassung der Zeiten hätte auch eine Umorganisation des Alltags für Lehrer und Eltern zu Folge. Viele Eltern können ihren Arbeitsbeginn unter Umständen nicht mit dem späteren Unterrichtsbeginn abstimmen. Dies wirft auch ein weiteres Problem auf: „Es könnten Zeiten entstehen, in denen die Eltern bereits auf dem Weg zur Arbeit sind, die Kinder aber unbeaufsichtigt bleiben. Hierauf müssten unter Umständen Betreuungsangebote gefunden werden, die die Eltern dann finanziell belasten könnten“, so Bianca Bär vom Landesschulamt.

Weiterhin müsste ein späterer Schulbeginn mit den Trägern der Schülerbeförderung abgestimmt werden. Der Schülerverkehr müsste demnach in vielen Bereichen völlig neu organisiert werden, weil durch einen späteren Unterrichtsbeginn sich auch andere Auslastungen für den Schülersonderverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr im Linienverkehr ergeben. Dieser Umstand würde Unternehmen des Nahverkehrs vor komplexe Herausforderungen stellen, da gesamte Tagesfahrpläne mit einer Änderung der Unterrichtszeiten auf den Prüfstand müssten. Denn mit dem späteren Schulbeginn verschiebt sich auch das Unterrichtsende im Nachmittagsbereich.

„Aufgrund der Vielzahl der abzuwägenden Interessen ist ein späterer Unterrichtsbeginn daher kaum realistisch organisierbar“, prophezeit die Sprecherin des Landesschulamtes. Auch im Jerichower Land gehen die Meinungen in diese Richtung:

Elke, Lehrerin für Mathematik: „Wenn wir später mit dem Unterricht starten, sind die Kinder morgens vielleicht minimal konzentrierter. Dafür hängen sie dann nachmittags in den Seilen, weil der Unterricht sich dann ganz schön zieht. Außerdem betreiben viele Schüle nachmittags Aktivitäten wie Sport, Musikschule, oder besuche unsere Arbeitsgemeinschaften. Ob sie dann dafür noch Energie haben? Ich erlebe die meisten meiner Schüler und Schülerinnen morgens sehr konzentriert und arbeitswillig, eine halbe Stunde mehr Schlaf kann das eigentlich nicht noch mehr steigern. Der Aufwand, der dann aber für die Umsetzung eines späteren Schulbeginns betrieben werden muss, steht meiner Meinung nach in keinem Verhältnis zum Nutzen“.

Jessica, Schülerin 10. Klasse: „Wenn wir um 8.40 Uhr anfangen würden, bedeutet das in meinem Fall, dass mein Unterricht über eine Stunde später als bisher beginnt. Das heißt aber auch, er endet eine Stunde später. Mir persönlich passt das überhaupt nicht. Ich spiele Volleyball und trainiere häufig, außerdem habe ich einen kleinen Nebenjob. Für mich würde das den kompletten Tag durcheinanderbringen und das wäre schwierig umzuorganisieren“.

Maik, Lagerist und Vater eines 13-jährigen Sohnes: „Unseren Familienalltag würde so eine Änderung der Startzeit ziemlich durcheinanderbringen. Ich muss täglich um 6.30 Uhr los zur Arbeit, meine Frau setzt unseren Sohn vor ihrer Arbeit noch an der Schule ab. Wenn der Unterricht später beginnt, ist unser Sohn am Morgen fast komplett allein zu Hause. Für uns ist es wichtig, morgens nochmal zu reden und den Tag durchzusprechen. Also würde er vermutlich trotzdem mit uns zusammen aufstehen. Was bringt der spätere Schulbeginn ihm und uns dann? Ich sehe die Vorteile nicht wirklich“.

Wie ist eure Meinung zum späteren Schulbeginn? Wo seht ihr Vor- und Nachteile? Schreibt uns eure Meinung per Kommentar: 

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