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Genthin: Feuerwehrkräfte bei Einsatz bedroht und beleidigt

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 06.09.2019 / 11:12 Uhr von mz/pm
Eine rund 1,3 km lange Ölspur auf der Jerichower Straße in Genthin stadteinwärts sorgte am Donnerstagnachmittag für eine erhebliche Verkehrsbehinderung im Berufsverkehr. Ein Traktor hatte durch einen technischen Defekt 70 Liter Hydrauliköl verloren.

Die knapp einen Meter breite Ölspur zog sich vom Hasenholztrift bis zur Kreuzung Großbäckerei. Durch den havarierten Traktor, der unmittelbar an der Ampel zum Stehen gekommen war, staute sich der Verkehr in der Anfangsphase bis zum Ortsausgang. Durch die eingesetzten Einsatzkräfte der Feuerwehren Altenplathow und Genthin wurde die Fahrbahn stadteinwärts ab dem Hasenholztrift gesperrt. Dies hatte zwei Gründe. Als erstes dient es der Sicherheit der Einsatzkräfte, die in diesem Bereich arbeiten. Zum zweiten wurde so verhindert, dass die Ölspur durch Fahrzeuge noch weiter breitgefahren und in Nebenstraßen „verschleppt“ wird.

Weiterhin stellte die Ölspur neben der Umweltgefährdung auch eine erhebliche Unfallgefahr dar. Die Straße war extrem rutschig, ließ beim Anfahren der Autos die Räder durchdrehen. Noch gefährlicher wird es in dieser Situation für Moped- und Motorradfahrer. All diese Argumente stießen jedoch nicht bei allen Verkehrsteilnehmern auf Verständnis. So wurden sowohl die Einsatzkräfte am Hasenholztrift, als auch an den restlichen Nebenstraßen mehrfach beleidigt und teils sogar bedroht. „Das wirst du noch bereuen“ war dabei noch einer der harmlosen Sprüche, teilte Michael Voth von der Genthiner Feuerwehr mit. Straßensperren wurden durch Verkehrsteilnehmer einfach umfahren und ignoriert.

Für die Einsatzkräfte ist der Frust der Fahrzeugführer nicht nachvollziehbar. Durch die Umfahrung über den Hasenholztrift, die Schmiede- und Altenplathower Straße wurde der Verkehrsfluss beschleunigt, die Fahrt dauerte vielleicht 5 Minuten länger als normal. Eine direkte Verkehrslenkung darf jedoch nur die Polizei vornehmen, diese war durch andere Einsätze jedoch nicht verfügbar.

Die Feuerwehr muss sich auf das Absperren beschränken. Die aufwendige Reinigung wurde schließlich durch ein Abschleppunternehmen mit einer Spezialkehrmaschine übernommen. Leider war die Kehrmaschine bei unserer Anforderung bereits woanders im Einsatz und erst ab 21 Uhr für uns verfügbar. Um 23 Uhr war die Straße schließlich gereinigt und wieder für den Verkehr freigegeben. Zu diesem Zeitpunkt waren die Einsatzkräfte bereits seit 7 Stunden ehrenamtlich für das Allgemeinwohl im Einsatz.

Bilder

Foto: Michael Voth
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