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Erstmals seit Ende der 1950er-Jahre baut wieder ein Weißstorchpaar ein Nest im Burger Ortsteil Detershagen

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 05.08.2026 / 11:05 Uhr von ub/pm
Große Freude in Detershagen: Erstmals seit Ende der 1950er-Jahre hat sich wieder ein Weißstorchpaar den Burger Ortsteil zum Nisten ausgesucht. Allerdings begann das junge Paar ausgerechnet auf einem aktiven Strommast der Stadtwerke Burg Energienetze GmbH mit dem Nestbau – eine Gefahr sowohl für die Tiere als auch für die sichere Stromversorgung.
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Den entscheidenden Hinweis gab in der vergangenen Woche der Detershagener Ortsbürgermeister Ingolf Meyer, der sich an die Stadtwerke Burg wandte und um Unterstützung bat. Da sich an dem Mast bislang keine Nistplattform befand, wurde umgehend gehandelt.

In enger Abstimmung mit dem Storchenhof Loburg konnte bereits am vergangenen Freitag eine geeignete Nistvorrichtung organisiert werden. Am Montag (03.08.) waren die Monteure der Stadtwerke Burg Energienetze GmbH ab 8.30 Uhr mit einer Hebebühne vor Ort und montierten die speziell für Strommasten entwickelte Plattform. Das bereits begonnene Nest wurde dabei vorsichtig umgesetzt und in die neue Nistvorrichtung integriert. Gegen 11.30 Uhr waren die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen.

„Unser Ziel war es, den Weißstörchen schnell und sicher einen geeigneten Nistplatz zu schaffen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Solche Einsätze übernehmen wir sehr gern, wenn wir damit einen Beitrag zum Artenschutz leisten können“, sagt Elke Schütze, Öffentlichkeitsarbeit der Stadtwerke Burg.

Vor Ort informierte der Weißstorchbeauftragte Peter Gotschalk aus Möser über die erfreuliche Entwicklung der regionalen Weißstorchpopulation. Nach seinen Angaben hat sich der Bestand in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Einer der beiden Störche hielt sich in der vergangenen Woche noch in Schermen auf. Dort blieb der Bruterfolg jedoch aus. Gemeinsam mit einem neuen Partner beziehungsweise einer neuen Partnerin entschied sich der Vogel anschließend für einen Neuanfang in Detershagen.

Für den Ort ist dies ein außergewöhnliches Ereignis. Seit mehr als sechs Jahrzehnten siedelt sich erstmals wieder ein Storchenpaar in Detershagen an.

Peter Gotschalk erläuterte außerdem, dass Weißstörche unterschiedliche Zugrouten nach Deutschland nutzen. Während die sogenannten Westzieher über Frankreich, Spanien und Nordafrika zurückkehren und häufig früher mit der Brut beginnen, nehmen die Ostzieher den Weg über Polen, Rumänien und die Türkei. Diese Route ist deutlich länger. Dass Störche das Mittelmeer nicht direkt überqueren, liegt daran, dass sie für ihren energiesparenden Gleitflug auf aufsteigende Warmluft – die Thermik – angewiesen sind, die über großen Wasserflächen fehlt.

Die Stadtwerke Burg bedanken sich herzlich bei Ortsbürgermeister Ingolf Meyer, dem Storchenhof Loburg sowie dem Weißstorchbeauftragten Peter Gotschalk für die schnelle und engagierte Unterstützung. Das gemeinsame Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz, kommunales Engagement und Energieversorgung Hand in Hand funktionieren können.

Die Montage der Nistplattform wurde am Montagvormittag nicht nur von den beteiligten Fachleuten aufmerksam verfolgt. Einige Einwohnerinnen des Dorfes kamen zusammen, um das besondere Ereignis mitzuerleben. Bei angeregten Gesprächen – und einem kleinen Gläschen Eierlikör – verfolgten sie gespannt die Arbeiten der Monteure und hofften gemeinsam auf ein gutes Ende. Als die Nistplattform gegen 11.30 Uhr fertig montiert war, war die Freude groß. Nun wünschen sich alle, dass das Storchenpaar sein neues Zuhause annimmt und schon bald für den ersten Storchennachwuchs in Detershagen seit mehr als sechs Jahrzehnten sorgt.

Bilder

Mit einer Hebebühne montieren die Monteure der Stadtwerke Burg Energienetze GmbH eine spezielle Nistplattform auf einem Strommast in Detershagen. Das bereits begonnene Storchennest wurde behutsam integriert. Erstmals seit Ende der 1950er-Jahre siedelt sich damit wieder ein Weißstorchpaar im Burger Ortsteil an. Foto: Stadtwerke Burg
Foto: Stadtwerke Burg
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