Großer Erfolg für die Bürgerinitiative und die Eltern in Bergzow: Der Bürgerentscheid am heutigen Sonntag brachte die Wende. Die geplante Schließung der traditionsreichen Kindertagesstätte ist vom Tisch. Die Bürger der Gemeinde Elbe-Parey stimmten mit überwältigender Mehrheit für den Erhalt der Einrichtung.
Es ist ein deutliches Signal an die Gemeindeverwaltung: Die Kita „Sonnenwinkel“ im Ortsteil Bergzow wird nicht geschlossen. Nachdem monatelang intensiv um die Zukunft der kleinen, familiären Einrichtung gerungen wurde, lag die Entscheidung am heutigen 5. Juli 2026 schließlich in den Händen der Bürgerinnen und Bürger von Elbe-Parey – und diese stimmten eindeutig für den Fortbetrieb.
Deutliches Wahlergebnis übertrifft Quorum deutlich
Am Sonntagabend legte die Gemeindeverwaltung das vorläufige Ergebnis des Bürgerentscheids vor. Demnach beteiligten sich insgesamt 2.069 der 5.441 abstimmungsberechtigten Bürger an der Wahl. Nach Abzug von lediglich 8 ungültigen Stimmen ergab sich bei den verbleibenden 2.061 gültigen Stimmen ein eindeutiges Bild:
Ja-Stimmen (für den Erhalt): 1.636
Nein-Stimmen (für die Schließung): 425
Damit wurde das notwendige Zustimmungsquorum von mindestens 1.089 Ja-Stimmen (20 Prozent der Wahlberechtigten) nicht nur erreicht, sondern mit 1.636 Stimmen weit übertroffen. Satte 79,4 % der abgegebenen gültigen Stimmen entfielen auf das „Ja“ für die Kita.
Rückblick: Ein emotionaler Kampf gegen Verwaltungszahlen
Die Vorgeschichte hatte in den vergangenen Monaten für reichlich Zündstoff in der Gemeinde gesorgt. Bereits im Oktober 2025 hatte die Gemeindeverwaltung angekündigt, die Kita „Sonnenwinkel“ zum 31. Juli 2026 abwickeln zu wollen. Als Grund wurden bürokratische und wirtschaftliche Faktoren genannt. Eine geringe Auslastung von zeitweise nur 15 Kindern führe zu einem unverhältnismäßig hohen und unwirtschaftlichen Personaleinsatz.
Doch die Verwaltung hatte die Rechnung ohne das Herzblut der Bergzower gemacht. Eltern, Erzieher und das Kuratorium liefen Sturm gegen die Pläne. Sie argumentierten, dass die Kita kein bloßer Kostenfaktor in einer Excel-Tabelle sei, sondern das soziale Herzstück, das das Dorfleben für junge Familien überhaupt erst attraktiv halte.
Zusätzliche Brisanz erhielt die Debatte im Mai, als überregionale Förderprogramme wie die „Demografiepauschale“ ins Spiel gebracht wurden, die nach Meinung vieler Bürger eine Schließung unnötig machten – ein Argument, welches die Gemeinde unter Verweis auf fehlende Kriterien des Landkreises zurückwies. Da im Gemeinderat keine Einigung erzielt werden konnte, ebnete das Gremium Ende April den Weg für ein Bürgerbegehren.
Wie geht es jetzt weiter?
Das vorläufige Ergebnis ist ein Meilenstein für den Ortsteil Bergzow, rechtskräftig wird es jedoch erst nach der offiziellen Auszählung. Der Abstimmungsausschuss der Gemeinde Elbe-Parey wird in einer öffentlichen Sitzung das endgültige Gesamtergebnis feststellen.
Termin der Sitzung: Dienstag, 7. Juli 2026, um 16 Uhr
Ort: Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung Parey (Ernst-Thälmann-Straße 15, 39317 Elbe-Parey)
Für die Familien und die Kinder der Kita „Sonnenwinkel“ ist dieser Sonntag jedenfalls ein Grund zum Feiern. Ihr Einsatz hat sich ausgezahlt, die Kita in Bergzow bleibt im Dorf.
Kommentare
S.R. schrieb um 14:40 Uhr am 06.07.2026:
Der Bürgerentscheid war ein großartiger Sieg für die Kinder, Eltern, Erzieherinnen und die gesamte Gemeinschaft aus Bergzow. Es ist ein wunderbares Zeichen der Solidarität, dass sich so viele Menschen für das Wohl der schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft entschieden und sich von Gegenargumenten nicht verunsichern lassen haben.
Dieser Entscheid zeigt deutlich: Wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht, hält das Dorf und die Gemeinde zusammen.
Es ist leicht, über Schließungen zu entscheiden, wenn man selbst oder das eigene Umfeld nicht direkt von den Konsequenzen betroffen ist. Umso wichtiger war es, dass die betroffenen Familien hier eine unüberhörbare Stimme erhalten haben.
Es bleibt zu hoffen, dass dieses klare demokratische Signal nun auch von der Bürgermeisterin und der Verwaltung vollumfänglich akzeptiert wird. Von einer Amtsinhaberin erwarten wir im Sinne des Neutralitätsgebots, dass sie das Wohl aller Ortsteile im Blick behält und diesen eindeutigen Bürgerwillen nun konstruktiv und ohne Vorbehalte mitträgt. Bergzow hat bewiesen, wie groß der Zusammenhalt ist – jetzt liegt es an der Politik, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen.
Es bleibt zu hoffen, dass Frau G. nun im Interesse aller Bürger agiert und den Dialog sucht, statt beharrlich nur die eigene Position zu verteidigen. Die Dorfgemeinschaft wird jedenfalls genau beobachten, ob der Verwaltungschefin eine konstruktive Umsetzung des Bürgerwillens gelingt oder ob den Betroffenen im Nachgang weitere Steine in den Weg gelegt werden.
In der Vergangenheit entstand leider oft der Eindruck, dass andere Meinungen in der Gemeinde wenig Gehör fanden. Wir erwarten von Frau G. nun die Größe, dieses demokratische Ergebnis ohne Wenn und Aber zu akzeptieren. Jedes Nachtreten oder bürokratische Blockieren zulasten der Kinder, Eltern und Erzieherinnen würde das Vertrauen in die Verwaltung nachhaltig beschädigen.
Julia Heinemann schrieb um 12:34 Uhr am 06.07.2026:
Leser24 schrieb um 12:22 Uhr am 06.07.2026:
Peer Dovatt schrieb um 10:46 Uhr am 06.07.2026:
Karl schrieb um 13:11 Uhr am 06.07.2026:
S.R. schrieb um 10:32 Uhr am 06.07.2026:
C. K. schrieb um 08:19 Uhr am 06.07.2026: