Die Entscheidung ist gefallen, doch die Wellen schlagen hoch, nach dem Beschluss zur Schließung der Kita „Sonnenwinkel“ in Bergzow erklärt Bürgermeisterin Nicole Golz nun die Beweggründe der Verwaltung. Angesichts sinkender Kinderzahlen und einer angespannten Haushaltslage sieht die Gemeinde keine andere Möglichkeit, als die kleinste Einrichtung der Einheitsgemeinde zum Sommer 2026 aufzugeben.
Nach monatelangen Debatten und dem Widerstand aus der Bevölkerung bezieht die Gemeinde Elbe-Parey nun klar Stellung. Die geplante Schließung der Kita „Sonnenwinkel“ zum 31. Juli 2026 sei das Ergebnis einer „sorgfältigen und umfassenden Abwägung“ gewesen, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme der Bürgermeisterin Nicole Golz.
Die Zahlen sprechen gegen den Standort
Hauptgrund für das Aus der Einrichtung ist die mangelnde wirtschaftliche Perspektive. Laut Gemeindeverwaltung ist die Kita „Sonnenwinkel“ die kleinste Einrichtung in Elbe-Parey und leidet seit Jahren unter einem deutlichen Rückgang der Kinderzahlen.
• Die aktuelle Auslastung der Kita liegt deutlich unter 50 Prozent.
• Aufgrund dauerhaft niedriger Geburtenzahlen im Einzugsgebiet ist die Prognose weiterhin negativ.
• Die fixen Personal-, Gebäude- und Sachkosten bleiben trotz der geringen Belegung nahezu unverändert hoch.
Angesichts der Konsolidierungsverpflichtungen des Haushalts sei ein Weiterbetrieb finanziell nicht mehr zu verantworten. Verschiedene geprüfte Alternativen hätten laut Gemeinde keine nachhaltige Entlastung gebracht.
Anschlussbetreuung und Personalsicherheit
Die Bürgermeisterin betont, dass kein Kind ohne Betreuungsplatz bleiben wird. In den umliegenden Einrichtungen in Parey, Güsen oder Derben gebe es ausreichend freie Kapazitäten, um alle Bergzower Kinder aufzunehmen. Die Verwaltung stehe bereits im Austausch mit den Eltern, um die Übergänge bestmöglich zu organisieren.
Auch für die Beschäftigten gibt es eine Perspektive:
• Die vier betroffenen Mitarbeiterinnen sollen nach Möglichkeit in anderen kommunalen Kitas weiterbeschäftigt werden.
• Aufgrund von Fluktuation und altersbedingten Abgängen in anderen Einrichtungen bestehen laut Gemeinde gute Einsatzmöglichkeiten.
• Das ausdrückliche Ziel der Verwaltung ist es, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
Kritik der Eltern und Pendler-Problematik
Ein zentraler Kritikpunkt der betroffenen Familien sind die längeren Fahrtwege. Hierzu erklärt die Gemeinde, dass die Situation der Pendler im ländlichen Raum bekannt sei und in die Abwägung einbezogen wurde. Dennoch müsse sich eine Standortentscheidung an der Gesamtstruktur der Gemeinde und der langfristigen Wirtschaftlichkeit orientieren, statt an individuellen Arbeitswegen.
Bezüglich der Kosten für eine mögliche Betreuung außerhalb der Einheitsgemeinde stellt die Verwaltung klar, dass hierfür – wie gesetzlich durch das Wunsch und Wahlrecht der Eltern vorgesehen, Defizitkostenpauschalen gezahlt werden. Diese bewegen sich im Haushalt regelmäßig in einer Größenordnung von rund 50.000 Euro.
Abschließend unterstreicht die Gemeinde, dass die Entscheidung eine notwendige Anpassung an die demografischen Rahmenbedingungen darstelle, um die kommunale Daseinsvorsorge zukunftsfähig zu gestalten.
Wie es weiter geht
Wie es mit dem Kita-Standort in Bergzow zukünftig weiter geht, entscheidet ein Bürgerentscheid am 5. Juli 2026, hier dürfen alle Bürger der Einheitsgemeinde Elbe-Parey über die Zukunft der Kita Bergzow an der Wahlurne entscheiden. Laut Aussage der Verwaltung nimmt die Gemeinde für ihre Bürger dazu zwischen 10.000 und 15.000Euro in die Hand, je nachdem wie groß Zahl der Briefwähler ist.
Kommentare
Nicole Golz schrieb um 07:16 Uhr am 08.05.2026:
Zur Demografiepauschale:
Das Land Sachsen-Anhalt hat ein Förderprogramm aufgelegt mit dem Namen Kita STABIL. Der Landkreis erhält diese Mittel und muss im Rahmen einer Richtlinie festlegen, wie diese Mittel verteilt werden. Der dazu erforderliche Beschluss wurde im Jugendhilfeausschuss des Kreistages am 09.04.2026 getroffen. Es müssen Kriterien vorliegen, wonach eine Kita Mittel aus dem Programm erhalten kann. Keines der Kriterien erfüllt die Kita in Bergzow. Die Kita hat ein strukturelles kein demografisches Problem. All das habe ich sehr umfangreich erklärt. Gern kann man sich die Kriterien im Bürgerinformationsportal des Landkreises selbst durchlesen. Die Mittel sind kitascharf zu verwenden und nachzuweisen.
@julia heinemann: Liebe Julia, du warst bei den Sitzungen zugegen und wirfst mir hier in den Kommentaren Täuschung vor? Mit deinen Aussagen täuscht du die Bürger, die nicht zugegen waren und die Erklärungen nicht kennen, so wie du.
Es ist gerade für die Kommunen nicht einfach, Haushaltsplanungen aufzustellen, die uns handlungsfähig machen. Ich habe mehrere Konsolidierungsmaßnahmen vorgestellt. Ich habe keine davon gestrichen oder reduziert. Auch das ist eine demokratische Entscheidung des Gemeinderates. Ich darf hier z.B. an die Diskussion von Beteiligungen an Betriebskosten für Dorfgemeinschaftshäusern und Sporthallen erinnern. Mit vielen - vor allem schwierigen Entscheidungen - tut man sich schwer im Rat. Man muss hier aber bedenken, dass die Ratsmitglieder ehrenamtliche Personen sind. Es gibt nicht nur schöne Dinge zu entscheiden. Es ist sicher schwer für die Bürger, wenn eine Entscheidung wie die der Schließung der Kita in Bergzow getroffen wird. Sie ist aber notwendig und bedarf immer einer Betrachtung über die gesamte Gemeinde hinweg. Wir leisten uns wenige freiwillige Aufgaben. Wir bauen keine Prunkschlösser, wie behauptet wird. Derben war notwendig, weil man die alte Kita nicht erweitern kann, was eine Bodenuntersuchung mit sich brachte. Und im Übrigen gehen dort die Kinder aus Derben und Ferchland hin, weil die Ferchländer Kita vor meiner Zeit geschlossen wurde - ebenso wie Hohenseeden damals.
Mit freundlichen Grüßen
Nicole Golz
Bergzowbürger schrieb um 22:43 Uhr am 08.05.2026:
Alle Anderen liegen falsch, es wird der eigene Wille durchgesetzt. So funktioniert das Bürgermeisterinamt nicht!
Die sympathische Kita Bergzow hat kein strukturelles Problem, ist seit Jahrzehnten im Ort verwurzelt und beliebt! Sie ist wichtig für Zuversicht und Zukunft der Bergzower! Wenn der Kindergarten, Ihrer Meinung nach, kein demografisches Problem hat, dann verdeutlicht eine angestrebte Schließung die Panik der Gemeinde umso mehr und deckt die strukturellen und demografischen Probleme der Großkitas auf.
In Hohenseeden besteht übrigens, schon lange vor dem umstrittenen Neubau, eine gute Kita mit herzlicher Betreuung, der Advendtkindergarten!
Es zeigt sich ganz klar, die Verfehlungen liegen seitens der Gemeinde! Aber wie das in der Autokratie stets so ist, Schuld und Verantwortung wird abgewiesen und verlagert.
Einwohner Parey schrieb um 16:55 Uhr am 07.05.2026:
Bergzowbürger schrieb um 08:29 Uhr am 07.05.2026:
Bergzowbürger schrieb um 19:46 Uhr am 07.05.2026:
Elbe Parey schlittert nun sehenden Auges in einen teuren Bürgerentscheid, verursacht unnötige Extrakosten. Das autokratische Handeln der Gemeinde muß Folgen haben!
Leser24 schrieb um 13:16 Uhr am 07.05.2026:
Einwohner Parey schrieb um 03:13 Uhr am 07.05.2026:
Bergzowbürger schrieb um 06:11 Uhr am 07.05.2026:
Bergzowbürger schrieb um 21:51 Uhr am 06.05.2026:
Einwohner Parey schrieb um 05:19 Uhr am 06.05.2026:
Alle reden vom neuem Bauhof,aber das scheinbar in Güsen eine Mitarbeiter/in jeden morgen von da anfängt und nicht am neuen Bauhof startet ist etwas fraglich.Wurde schon öfter von mir beobachtet,da ich in der Nähe wohne und jeden morgen das sehe.Was für mich auch keinen Sinn macht.Das sind ja auch Kosten das Gebäude mitarbeitergerecht zu halten,Strom und fließend Wasser usw.
Warum kauft oder least man sich eine große Kehrmaschine um damit zweimalig im Jahr diese zu benutzen?In Genthin zum Beispiel läuft sie scheinbar durchgehend im Vergleich.Auch der Bauhof mit den Baustellen..ist das ein Baubetrieb wie Bau Mü... mit großen Gerätschaften.Was ist mit den Fußwegen,die kleinen Stellen die ausgebessert werden sollten,so hieß es ja mal vor Jahren... Viele Straßen auf die wir fahren wurden damals durch Ausschreibungen zu Mannewitz ihrer Zeit gemacht und das ging auch mit den Kosten.Ich drücke den Bergzowern jedenfalls die Daumen und finde das KLASSE das ihr euch nicht unterkriegen lasst.WICHTIG IST OB HOHENSEEDEN BIS FERCHLAND GEHT ZUR WAHL AM 05.07. AUCH WENN ES EUCH NICHT BETRIFFT,VIELL IST EUER DORF DAS NÄCHSTE.Das geht nicht mit Rechten Dingen zu...Viell stößt das mal bestimmte Leute auf,wie eine Kommunalaufsicht,was der Leser vor mir geschrieben hatte
Allefüreinen schrieb um 01:54 Uhr am 06.05.2026:
Elbe/Parey biegt sich seit Jahren alles so zurecht wie es will und handelt nicht im Bürgersinne. Es wird manipuliert und nur die eigene Meinung manifestiert und geduldet.
Mit den Kitaneubauten Parey, Hohenseeden und Derben hat man sich verzockt und viel zu groß und teuer gebaut. Bergzow soll nun das Bauernopfer sein, um davon abzulenken. Bestätigendes Zitat der Bürgermeisterin: "In den umliegenden Einrichtungen in Parey, Güsen oder Derben gebe es ausreichend freie Kapazitäten, um alle Bergzower Kinder aufzunehmen."
Die Kita Hohenseeden sollte ursprünglich 600000,- kosten, am Ende sind es 1,3 Millionen geworden, inklusive ungeeignetem Standort! Fehlplanungen am Bedarf vorbei, nur um realitätsferne Selbstdarstellerphantasien zu verwirklichen!
Das verpulverte Geld hätte man besser in die Breite, zur Stärkung des Gemeinwohls und Zusammenhalt's, z.B. in Gemeindehäuser, Jugendclubs oder der maroden Sekundarschule Parey investieren sollen!
Icke schrieb um 19:38 Uhr am 05.05.2026:
Wenn es zuwenige Mitarbeiter gibt und die Aufgaben nicht erledigt werden sind auch alle am meckern. Vorallem der wichtigste Punkt ist doch das die Jungs vom Bauhof und einige Mädels in der Verwaltung den Brandschutz für die ganze Gemeinde sicherstellen. Während andere ihrer Arbeit in BRG, GNT oder auf Montage nach gehen. Wenn die Jungs nicht da wären, würde es evtl. eine Pflichtfeuerwehr geben und dann hoffe ich das ihr Meckerköpfe einen Brief nach Hsuse bekommt, das ihr ausgewählt wurdet. Hört doch einfach mal auf die Kita und den Bauhof gegen einander auszuspielen. Findet Lösungen, macht Vorschläge, aber nein immer nur fordern und motzen.
Torsten B. schrieb um 14:53 Uhr am 05.05.2026:
Unbekannter schrieb um 15:54 Uhr am 05.05.2026:
Einwohner schrieb um 14:51 Uhr am 05.05.2026:
Unbekannter schrieb um 14:41 Uhr am 05.05.2026:
J. Schwarz schrieb um 14:04 Uhr am 05.05.2026:
Julia Heinemann schrieb um 09:46 Uhr am 05.05.2026:
Vielleicht darf man ebenfalls erwähnen, dass es hier weniger um die kleine Kita in Bergzow geht. Denn die Unwirtschaftlichkeit der Kita Parey und Güsen (Tenor Frau Golz) schlägt mit welchen Summen zu Buche liebe Gemeinde??
Ebenso sind die gesamten Konsolidierungsmaßnahmen aus dem Haushalt gestrichen worden, da es keine Notwendigkeit gibt und sich die Gemeinde selbst helfen könnte (Stand letzte Sitzung). Aber anscheinend ist es seitens der Gemeinde dennoch wichtig die Bürger zu täuschen, sonst müsste man sich ja Fehler eingestehen.
Moralisch sehr fragwürdig wir man hier mit den Bürgern umgeht!
Leser24 schrieb um 21:35 Uhr am 07.05.2026: