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Von Polizei niedergeschossener Gewalttäter auf der Flucht

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 03.02.2026 / 10:34 Uhr von rp
Der im vergangenen Jahr von der Polizei niedergeschossene Konstantin P. ist untergetaucht. Das bestätigte die zuständige Staatsanwaltschaft Stendal. Demnach ist der 34-Jährige bereits am vergangenen Donnerstag aus dem Universitätsklinikum Magdeburg geflohen.


Rückblick: Schuss in der Nähe des Bahnhofs
Es war ein Vorfall, der am 28. August 2025 in Burg für Entsetzen sorgte: Der per Haftbefehl gesuchte Konstantin P. war am Bahnhof mit einem älteren Ehepaar aneinandergeraten und hatte massiv auf dieses eingewirkt. Passanten beobachteten und filmten die Tat und riefen die Polizei. Als die Beamten versuchten, den Mann festzunehmen, konnte dieser schlussendlich nur mit einem Schuss aus der Dienstwaffe eines Polizisten gestoppt werden. Der Polizist traf P. im Bauchbereich, er wurde lebensgefährlich verletzt und musste notoperiert werden. Seit diesem Vorfall wurde er stationär im Uniklinikum Magdeburg behandelt.

Eine folgenschwere Fehlentscheidung
Am 12. Januar traf die Justiz eine Entscheidung, die sich nun als fataler Fehler herausstellt. Wie Michael Steenbuck, Sprecher des Landgerichts Stendal, dem Meetingpoint mitteilte, wurde die Bewachung von Konstantin P. abgezogen. Man war davon ausgegangen, dass der Mann aufgrund seiner schweren Verletzungen nicht fluchtfähig gewesen wäre. Laut ärztlicher Einschätzung sei P. weiterhin auf intensive medizinische Behandlung angewiesen und müsse sich sogar mit einem Rollator fortbewegen.

Zudem habe das Krankenhaus interveniert, da die ständige Präsenz bewachender Polizeibeamter den Klinikalltag störe. Auf richterliche Anordnung wurde daraufhin der Haftbefehl gegen P. am 12. Januar 2026 vorerst außer Vollzug gesetzt. Rechtlich gesehen war P. zu diesem Zeitpunkt ein freier Mann. Hatte aber unteranderem die gerichtliche Auflage, das Klinikum Magdeburg nicht zu verlassen.

Flucht statt Rehabilitation
Eigentlich sollte der Haftbefehl erst nach Abschluss einer medizinischen Rehabilitation wieder in Kraft treten, die P. im Februar hätte antreten sollen. Doch dazu kam es nicht. Nach Informationen des Meetingpoint verzichtete Konstantin P. am Morgen des 29. Januar auf die Reha und entließ sich kurzerhand selbst aus der Klinik. Erst einen Tag später, am 30. Januar, informierte das Klinikum die Justiz über das Verschwinden von Konstantin P.

Der Haftbefehl wurde umgehend wieder in Kraft gesetzt, die Fahndung läuft. Laut Gerichtssprecher Steenbuck gehe man jedoch nicht davon aus, dass von dem Mann derzeit eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgehe, da er körperlich noch immer stark beeinträchtigt sei und auf eine weitere medizinische Versorgung angewiesen ist. Man vermutet jedoch, dass P. Hilfe bei seiner Flucht aus dem Krankenhaus hatte, „Aus eigenem Antrieb hätte er das Krankenhaus wohl kaum verlassen können.“, so Michael Steenbuck. Wie der Meetingpoint erfahren hat, werden dem 34-Jährigen neben schweren Körperverletzungen noch schwerwiegendere Verbrechen nachgesagt zu denen er sich noch vor Gericht zu verantworten hat. Geplant war so eine weitere Gerichtsverhandlungskette, die vom März bis in den Mai 2026 gehen sollte.
Wie dem Meetingpoint zudem bekannt wurde, soll der Polizist, der damals den Schuss auf P. abgegeben hatte, noch immer von der Dienstwaffe suspendiert sein. Die Untersuchung zur Schuld oder Entlastung des Beamten läuft noch immer.

Laut Staatsanwaltschaft ist Konstantin P. seit dem 30. Januar zur Fahndung ausgeschrieben. Wer Hinweise über den Aufenthaltsort des verurteilten Gewalttäters hat, der kann/sollte sich bei jeder Polizeidienststelle melden oder die 110 wählen.

Das war im August passiert: [KLICK]

Bilder

Screenshot aus dem damaligen Video vom 28.08.2025. Zu sehen ist hier, wie Konstantin P. ein Messer in der Hand hält, um sich der Festnahme der Beamten zu entziehen. Schlussendlich konnte ihn nur ein Schuss aus der Dienstwaffe eines Polizeibeamten stoppen.
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Kommentare

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    Ralf Ganske schrieb um 18:27 Uhr am 04.02.2026:
    Sowas gibt es nur in diesem Land wo Straftäter wichtiger sind wie die Deutschen Bürger
    Rehaklinik ich lache mich kaputt, Hauptsache wir bezahlen unsere Zahnarzt Kosten alleine! Die Kosten für die Suche müssten die übernehmen die dafür Verantwortlich sind
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      Dien schrieb um 21:25 Uhr am 03.02.2026:
      Das darf doch wohl nicht war sein da ist der Polizist bestrafter als der Täter … er ist wahnsinnig korrupt und eine Gefahr für die ganze Menschheit was ist nur hier los , trauriges Armutszeugnis für unsere Justiz ehrlich!!!
      Und da soll man sich noch sicher hier fühlen…
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        Sebastian schrieb um 18:13 Uhr am 03.02.2026:
        Wie soll ich den denn erkennen in der Öffentlichkeit, wenn das Gesicht verpixelt ist? ??
        Es gibt eine öffentliche Fahndung nach der Person und man verpixelt sein Gesicht 🤔 damit man ihn ja nicht erkennen kann wegen Datenschutz 🤔🤔
        Dann braucht man auch keine öffentliche Fahndung rausgeben und ein verpixelt Thesz Bild zeigen 😡😡
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          A.B. schrieb um 14:51 Uhr am 03.02.2026:
          Die Justiz hat mal wieder versagt. Für solche Täter gibt es doch eigentlich Haftkrankenhäuser.
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            Leser56 schrieb um 13:56 Uhr am 03.02.2026:
            Es ist zwar ein Unding das dieser Täter aus diesem Krankenhaus fliehen konnte aber ich bin mir sicher, daß er sich seinen Häschern nicht auf Dauer entziehen kann.
            Wo soll solch gehandicapter ,kranker Mensch auch hin? Sollte er Helfer gehabt haben , müssen auch diese strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Wir sind schließlich nicht im Chicago der 20er, 30ger Jahre bei Al Capone
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              Unbekannter schrieb um 11:11 Uhr am 03.02.2026:
              Also wie bescheuert kann man denn sein. Das ist typisch Deutschland. Unsere Justiz ist einfach nur lachhaft. Es wird Zeit, das härter durchgegriffen wird. Wie kann man denn diesen Haftbefehl wieder aufheben. Ich verstehe unsere Gesetze manchmal nicht. Es muss sich dringend etwas ändern.