Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) informiert, sind am 02. Februar die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder, der Autobahn GmbH sowie der Magdeburger Verkehrsbetriebe zu einem ganztägigen Streik aufgerufen.
Betroffen sind unter anderem die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, die Hochschule Magdeburg-Stendal, zahlreiche Ministerien und Landesdienststellen des Landes Sachsen-Anhalt sowie die Autobahn GmbH des Bundes an den Standorten Magdeburg, Theeßen, Börde, Wernigerode und Plötzkau. Ebenfalls beteiligen sich die Beschäftigten der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) mit eigenen, dringend notwendigen Entlastungsforderungen.
Im öffentlichen Dienst der Länder und bei der Autobahn GmbH sind die Forderungen klar und überfällig:
Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder und bei der Autobahn GmbH fordern 7 Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, um den Anschluss an den TVöD Bund und Kommunen nicht zu verlieren. Im öffentlichen Personennahverkehr kämpfen die Kolleginnen und Kollegen der Magdeburger Verkehrsbetriebe für mehr Entlastung und fordern beispielsweise eine 35- Stunden-Woche, um die Arbeitsbelastung dauerhaft zu reduzieren und den Betrieb zukunftsfähig aufzustellen.
Gerade im Verkehrsbereich zeigt sich, wie verhärtet die Fronten sind: Bei den MVB wurden den Beschäftigten sogar Gegenforderungen präsentiert – darunter die Lockerung des Kündigungsschutzes. ver.di weist dies entschieden zurück: „Wir kämpfen für dringend notwendige Entlastung und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen und bekommen anstatt echter Verhandlungsbereitschaft Gegenforderungen geboten. Das ist respektlos gegenüber den Beschäftigten, die diese Stadt jeden Tag am Laufen halten“, erklärt ver.di-Gewerkschaftssekretär Benjamin Schladitz.
In allen Bereichen verweisen die Arbeitgeber immer wieder auf angeblich leere öffentliche Kassen. Doch Geld ist da – es ist eine Frage politischer Prioritäten, ob in funktionierende öffentliche Dienste und gute Arbeitsbedingungen investiert wird oder nicht.
„Wir erleben seit Jahren einen massiven Fachkräftemangel, überlastete Kolleginnen und Kollegen und steigende Lebenshaltungskosten“, sagt Sascha Bosse OVGU- Beschäftigter.
„Ohne spürbare Verbesserungen wird sich die Situation weiter zuspitzen – deshalb gehen wir am 02.02.2026 gemeinsam mit anderen Tarifbereichen auf die Straße.“ ver.di betont klar: Die öffentliche Daseinsfürsorge muss auskömmlich und nachhaltig finanziert sein. Sparszenarien auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen, ist inakzeptabel.
Auch aus der Landesverwaltung kommt deutliche Kritik:
„Die Aufgaben werden mehr, die Verantwortung wächst – aber bei der Bezahlung und Entlastung treten wir auf der Stelle. Das lassen wir uns nicht länger gefallen“, so Ingo Hagemeister Personalratsvorsitzender bei der Landesstraßenbaubehörde.
Auch die zweite Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder ist ernüchternd zu Ende gegangen – Also auf die Straße für bessere Arbeits- und Studienbedingungen. ver.di macht deutlich: Die Tarifverhandlungen verlaufen in allen Tarifbereichen schleppend, substanzielle Angebote der Arbeitgeber bleiben aus. Deshalb wird nun die nächste Eskalationsstufe eingeleitet.
„Wenn Bewegung an den Verhandlungstisch kommen soll, braucht es Druck von der Straße“, erklärt Felix Stacke ver.di-Sekretär. „Der Streiktag am 02. Februar ist ein deutliches Signal: Wir meinen es ernst – und wir sind viele.“
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