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NACHGEFRAGT! Im Interview mit Landrat Steffen Burchhardt

Interview
  • Erstellt: 31.12.2025 / 11:03 Uhr von rt/mz
Pünktlich zum Jahreswechsel starten wir heute mit Steffen Burchhardt, dem Landrat des Landkreises Jerichower Land, unsere Neujahrs-Interview-Reihe im Meetingpoint Jerichower Land. Wir sprachen mit den Akteuren der Region über ihre Erfahrungen, Herausforderungen und Ziele im vergangenen sowie angebrochenen Jahr.


Meetingpoint: Wie lief das Jahr 2025 privat und beruflich für Sie?
Burchhardt: Das Jahr war beruflich herausfordernd, da eine Vielzahl an Projekten parallel bewältigt werden musste. Wir haben viele Ziele erreicht, aber leiden enorm unter der schlechten finanziellen Ausstattung durch das Land. Bei einer solch konstant hohen Arbeitsbelastung sind für mich die Momente mit der Familie die beste Energiequelle, auch wenn unsere vier Kinder kaum wirkliche Pausen zulassen, es macht einfach riesigen Spaß sie aufwachsen zu sehen. Von daher war es ein anstrengendes aber trotzdem sehr schönes Jahr.

Meetingpoint: Welche Herausforderungen mussten Sie als Kreisverwaltung im Landkreis Jerichower Land bestreiten?
Burchhardt: Auf jeden Fall zu viele, um sie aufzuzählen, aber um die Bandbreite zu illustrieren ein paar Beispiele – die Fortsetzung des Breitbandausbaus auf Gigabitgeschwindigkeit, die Fusion der Sekundarschule Genthin-Brettin, aber auch der Kampf gegen die Bildungsmisere insgesamt im Land, komplizierte Baustellen an Kreisstraßen, die Folgen der anhaltenden Trockenheit in unserer Region und Tierseuchen wie zuletzt die Vogelgrippe. In der Verwaltung selbst beschäftigt uns neben der Digitalisierung vor allem die Nachbesetzung vieler Altersabgänge und in den letzten Wochen die Organisation der Aufnahme von hunderten ukrainischen Flüchtlingen.

Meetingpoint: Was waren für Sie die Meilensteine im JL, die Sie 2025 umsetzen konnten?
Burchhardt: Die Zukunft der Fähre Ferchland/Grieben ist für die nächsten fünf Jahre gesichert nachdem alle Kooperationspartner für die Weiterführung gewonnen werden konnten. Eine wichtige Maßnahme zur Verkehrssicherheit ist der Start des mobilen Blitzers für das gesamte Kreisgebiet. Der Erfolg des Stipendienprogramms für Zahnärzte 2024/2025 ist ein guter erster Schritt, um die medizinische Versorgung in unserer Region für die kommenden Jahren sicherzustellen. Auch 2026 steht das Thema ganz oben auf unserer Agenda. Wir wollen weitere geeignete Instrumente entwickeln und etablieren, um Facharzt-Ansiedlungen im Jerichower Land zu fördern. Und last but not least, die Einweihung des Erweiterungsbau an der Sekundarschule Möser mit zusätzlichen Fachräumen, einer Mensa und einer eigenen Sporthalle war definitiv ein Meilenstein, den wir gemeinsam umgesetzt haben.

Meetingpoint: Was sind die fünf wichtigsten Ziele für das neue Jahr 2026 im Jerichower Land?
Burchhardt: Trotz finanziell schwieriger Zeiten wollen wir 2026 den Bau der neuen Förderschule in Genthin beginnen, aber auch unserer freiwilligen Leistungen wie soziale Einrichtungen, kulturelle Unterstützungen, unser Engagement für den Sport und die Feuerwehr verteidigen. Auch die digitalen Serviceleistungen der Kreisverwaltung werden sukzessive erweitert, unter anderem soll der digitale Bauantrag eingeführt werden. Außerdem wollen wir unsere Vorbereitung auf unterschiedlichste Katastrophenlagen weiter intensivieren und Wege finden, um die Jugend im Jerichower Land stärker in die Kommunalpolitik einzubinden.

Meetingpoint: Was ist Ihre persönliche Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger?
Burchhardt: Mit Blick auf die aktuelle Weltlage sind es ohne Frage verrückte Zeiten in denen wir leben. Aber anstatt sich davon verunsichern zu lassen, konzentrieren wir uns lieber auf das Lebenswerte, das immer entsteht, wenn Menschen zusammen halten und sich engagieren. In diesem Sinne, wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern ein Jahr voller Zuversicht und Freude.

Meetingpoint: Auf welchen privaten Moment freuen Sie sich 2026 am meisten?
Burchhardt: Es ist nicht der eine Moment, sondern die vielen kleinen – im Kreise der Familie, spontane Abende mit Freunden und nicht zu vergessen, die sportlichen Herausforderungen beim Tischtennis und Fußball.

Bilder

Landrat Steffen Burchhardt. Archivfoto: rt
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