Logo

Sommerinterview: Neuigkeiten aus der Stadt Burg und den Ortsteilen

Interview
  • Erstellt: 20.07.2025 / 07:03 Uhr von mz
Was interessiert euch? Eure Region, eure Heimat. Genau deswegen haben wir alle Bürgermeister und Bürgermeisterinnen im Jerichower Land gefragt, wie das Jahr 2025 bisher lief. Was besser werden muss und was für die zweite Jahreshälfte geplant ist. Heute Teil 2 mit Philipp Stark, Bürgermeister der Stadt Burg. 

Meetingpoint JL: Was haben Sie in der Stadt und in den Ortsteilen in 2025 bisher alles erreichen können? (Straßenbau, neues Personal, neue Projekte, es kann alles sein)

Philipp Stark:
Trotz angespannter Haushaltslage konnten wir in der Stadt Burg und den Ortschaften im Jahr 2025 zahlreiche Projekte realisieren oder anstoßen. Ein Meilenstein war der Spatenstich für den Neubau der Feuerwehr in Burg – die Grundsteinlegung ist noch für dieses Jahr geplant. In Ihleburg wurde eine Leichtbauhalle für die Feuerwehr errichtet und wir haben einen Fördermittelbescheid für ein neues Gerätehaus erhalten. Für die Feuerwehr in Niegripp ist ebenfalls eine Leichtbauhalle in Planung, hier fehlt allerdings noch die Baugenehmigung.

Die Sanierung des Rathauses – inklusive Aufzugseinbau und Maßnahmen zur Sicherung von Dach und Mauerwerk – schreitet voran. In allen Ortschaften wurden moderne Sirenen installiert. Auch die Sanierung der Trauerhalle in Burg mit neuer Heizungsanlage ist im Gange. Zudem ist der Neubau der Neuendorfer Straße abgeschlossen, ebenso die Installation von Außenjalousien an der Kita Spatzenwinkel. Die Forsteinrichtung für den Stadtwald steht kurz vor dem Abschluss und ist Basis für die zukünftige Entwicklung des Bürgerholzes.

In Niegripp wurde ein neuer Zaun am Friedhof errichtet, zudem konnte dort eine Straßenunterhaltung dank Sponsoring umgesetzt werden. In Schartau konnten wir nach langer Zeit mithilfe von Fördermitteln ein neues Spielgerät aufstellen. Am Friedhof Ost hat der Bauhof neue Bänke aufstellt. Auch die StadtSenioren haben in Eigeninitiative Mittel für die Aufstellung von Bänken im Stadtgebiet eingesammelt und die ersten stehen bereits. Der Förderverein Landesgartenschau Burg hat erneut Baumpatenschaften vergeben und Spender für Blumenampeln gefunden – bei der Platzierung und Pflege hilft der Bauhof.

Auch wirtschaftlich gibt es Fortschritte: Der Gewerbestandort Madel wird weiter vorbereitet und wir konnten einen weiteren Energieworkshop für Unternehmen und Interessierte anbieten. Parallel bereiten wir neue Förderanträge vor – etwa für den Neubau der Trauerhalle Reesen, zwei Löschwasserbrunnen, den Rückbau einer Kleingartenanlage sowie die Förderung eines Kleingartenmanagers. Beantragt ist ebenfalls die Anbindung des Industrie- und Gewerbeparks an die L 52, Hier sind wir in letzten Gesprächen mit Grundstückseigentümern und der Investitionsbank als Fördermittelbehörde.

Das Radverkehrskonzept steht kurz vor dem Abschluss und wird die Basis für weitere Investitionen und Fördermittel bilden. Auch die kommunale Wärmeplanung läuft – ihre Fertigstellung ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Bei beiden Projekten ist uns die Beteiligung von Bürgern und Unternehmen besonders wichtig.

Als Bürgermeister habe ich zahlreiche Bürgersprechstunden durchgeführt, auch im zweiten Halbjahr sind Termine geplant – erstmals auch in Zusammenarbeit mit den Ortsbürgermeistern.

Im Personalbereich konnten wir mehrere offene Stellen erfolgreich besetzen, darunter eine Stelle im dualen Studium Verwaltungsdigitalisierung, zwei Auszubildende, ein Gemeindearbeiter in Niegripp sowie Fachkräfte im Bereich Landschaftsbau, Straßenunterhaltung und Kitas. Weitere Ausschreibungen laufen – unter anderem für eine Stadtplanerin, Mitarbeitende für Veranstaltungen sowie Positionen im Kitabereich.

Zudem haben wir den Prüfbericht für den Jahresabschluss 2018 ohne gravierende Beanstandungen erhalten – ein wichtiger Schritt, um die weiteren Abschlüsse noch in diesem Jahr nachzuholen. Im Bereich Digitalisierung stellen wir sukzessive neue Online-Dienste bereit – etwa zur Beantragung von Eheurkunden oder zur Hundeanmeldung.

Aktuell klagen wir gegen den Zensusbescheid, da uns laut Melderegister über 1.200 Einwohner fehlen. Auch gegen den Abriss des Stauwehrs Killmey in der Ihle gehen wir juristisch vor.

Meetingpoint JL: Was ist das aktuellste Thema, das die Menschen in der Gemeinde derzeit beschäftigt? Bei welchem Thema bzw. in welchem Bereich gibt es aus Ihrer Sicht Probleme? Wie können Sie helfen, unterstützen?

Philipp Stark: Diese Fragen lassen sich gut gemeinsam beantworten. Aktuell beschäftigt viele Bürgerinnen und Bürger vor allem die Grundsteuerreform, die Entwicklung unserer Innenstadt sowie das Thema Sauberkeit und Ordnung im Stadtbild.

Unsere weiterhin angespannte Haushaltslage erschwert leider viele Vorhaben – besonders in freiwilligen Bereichen wie Spielplatzanschaffungen, Vereinsförderung oder Veranstaltungen. Beispielhaft ist die Situation in der Ossietzkystraße: Dort mussten defekte Spielgeräte abgebaut werden, neue konnten bislang nicht beschafft werden. Doch gemeinsam mit einem Kreditinstitut und ÖSA-Geldern versuchen wir, hier wieder Bewegung hineinzubringen – auch wenn sich der Prozess leider zieht. Mit einem genehmigten Haushalt wären solche Maßnahmen schneller realisierbar. Ich bin dennoch zuversichtlich, dass wir dieses Projekt noch 2025 anstoßen können.

Ein weiteres Thema ist die Sauberkeit in der Stadt. Bürgerinnen und Bürger sprechen mich regelmäßig auf Missstände an. Gemeinsam mit dem Ordnungsamt und dem Bauhof versuchen wir, diesem Thema durch gezielte Maßnahmen zu begegnen. Dabei sind wir auch auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen – gern persönlich, per Mail oder Brief. Die Aktion „Burg putzt sich“ und viele ehrenamtliche Müllsammelaktionen in der Kernstadt und den Ortsteilen zeigen, dass hier bereits viel Engagement vorhanden ist – jede helfende Hand ist willkommen!

Die Innenstadt bewegt viele Menschen – mich persönlich auch sehr. Als Herzstück unserer Stadt steht sie sinnbildlich für Entwicklung, Gemeinschaft und Attraktivität. Es gibt jedoch kein Patentrezept. Wir müssen Ideen ausprobieren, evaluieren und ggf. anpassen.

In diesem Jahr haben wir etwa eine gemeinsame Oster-Rallye in teilnehmenden Geschäften durchgeführt, die Neugestaltung des Rolandplatzes mit einem breiten Beteiligungsprozess gestartet und dank Sponsoren ein Kinderfest veranstaltet. Unter dem Jahresmotto „Burg blüht“ wurden Blumenkübel kreativ gestaltet, Einkaufstaschen verteilt und Liegestühle sowie Sitzwürfel für die Innenstadtakteure bereitgestellt. Kleine Spielmodule im Innenstadtbereich und die Bepflanzung der Blumenkübel am Markt waren ebenfalls Teil dieser Offensive.

Regelmäßige Austauschrunden mit den Innenstadtakteuren und der Polizei helfen dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern – intensivere Kontrollen und eine beantragte Kameraüberwachung sind erste Schritte. Aktuell läuft zudem eine Ausschreibung für einen Pop-up-Wettbewerb zur Zwischennutzung eines Leerstandes in der Schartauer Straße.

Künftig möchten wir mit einer dauerhaften Präsenz der Stadtverwaltung in der Innenstadt sichtbarer sein. Geplant sind zudem ein Pop-up-Stadtgarten und ein 3D-Streetart-Bodenspiel am Gummersbacher Platz. Auch die Inbetriebnahme des Brunnens am Markt und der Kugel auf dem Gummersbacher Platz stehen auf unserer Agenda.

Meetingpoint JL: Welches Veranstaltungshighlight haben Sie im zweiten Halbjahr des Jahres geplant?
Philipp Stark: Im zweiten Halbjahr 2025 erwartet uns wieder ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm. Besonders gespannt bin ich auf das erste Weinfest am 1. und 2. August in der Kesselstraße – eine Initiative von Innenstadtakteuren, die mit viel Engagement organisiert wurde. Die Stadt unterstützt mit Bühne, Holzfässern und weiterer Infrastruktur.

Am 29. August folgt das Mitternachtsshopping, ebenfalls eigenständig von Innenstadthändlern geplant – hier helfen wir mit Plakaten und Flyern. Ein Highlight wird die Abschlussveranstaltung des Projekts „Wirtschafts- und Experimentiercampus Innenstadt Burg“ – der genaue Termin steht noch aus.

Am 4. September startet eine neue Erlebnisführung der Tourismusinformation rund um die „Schwarze Witwe“. Die Museumsnacht am 17. Oktober und die Altstadtweihnacht vom 12. bis 14. Dezember sind feste Bestandteile unseres Veranstaltungskalenders. Begleitend zur Altstadtweihnacht wird es am 12. Dezember auch ein Adventsshopping in der Innenstadt geben.

Diese Veranstaltungen sind nur möglich durch das große finanzielle Engagement unserer Unternehmen und das Ehrenamt – dafür mein besonderer Dank und meine Anerkennung!

Hinzu kommen zahlreiche weitere Events von Vereinen und Initiativen, die Sie im Veranstaltungskalender [HIER] finden.

Meetingpoint JL: Wie und wo verbringen Sie am liebsten Ihren Sommerurlaub?
Philipp Stark: Am liebsten verbringe ich den Sommer auf dem Grundstück – da gibt es immer etwas zu tun. Geplant ist aber auch eine kleine Auszeit mit meiner Partnerin in Dresden. Generell bin ich sehr gern am Wasser – sei es an einem See oder an der Ostsee. Der Blick in die Ferne und die Nähe zur Natur sind für mich der beste Weg, um zur Ruhe zu kommen.

Bilder

Der Bürgermeister der Stadt Burg Philipp Stark.
Dieser Artikel wurde bereits 4.145 mal aufgerufen.

Werbung