Rolf Zahn wohnte damals im Nachbardorf, Straguth. Er scherte die Schafe, auch die von Astrid B. und so lernten die beiden sich kennen. Es handelt sich dabei um die gleiche Herde, die jetzt im Interesse der Öffentlichkeit steht. Allerdings war die Herde damals noch wesentlich kleiner, ca. 500 Tiere, berichtet Rolf Zahn. Bis Ende des vergangenen Jahres ist die Herde auf ca. 1.600 Tiere angewachsen.
Im Oktober 2020 wurde dann durch den Landkreis Anhalt-Bitterfeld das bundesweite Tierhaltungsverbot gegen Astrid B. ausgesprochen. Zum Zeitpunkt der Durchsuchung des Veterinäramtes war die Schafherde bereits in Magdeburg. Astrid B. hat also ganz bewusst das angeordnete Tierhaltungsverbot hintergangen!
“Die Schafe, die ich gehütet habe, waren in einem guten Zustand” berichtet Rolf Zahn. “Sie hat die Solaranlage in Magdeburg gemacht und ich war mit der Herde zwischen Pretziener Wehr und Prester unterwegs.” Gestanden haben die Schafe überwiegend auf den Deichen, ermöglicht durch einen Pflegevertrag mit dem LHW. Es gab aber auch Wiesen eines Bauern in der Kreuzhorst sowie Wiesen bei Dornburg, die zusätzlich bewirtschaftet wurden. Gefragt, welche Tiere sich noch in der Obhut von Astrid B. befanden antwortet er: “Da gab es sechs oder sieben Esel und jede Menge Hunde. Manche wurden sogar aus Rumänien gebracht. Und in Gommern, wo sie wohnt, hatte sie ja auch noch Hunde, so 20 oder 25. Ich hab sie gefragt, was sie noch mit den ganzen Hunden will, wenn das Geld so knapp ist”. Ich frage nach seinem Verdienst in der Zeit bei Astrid B., nicht ahnend, was ich zur Antwort bekomme: “Ich habe nicht einen Cent, nicht einen Pfennig Geld gekriegt. Ich wurde doch nur belogen, betrogen. Um mir essen kaufen zu können, habe ich bei anderen die Schafe geschoren”.
Gefragt, was er für die Ursachen für dieses Massensterben im Puppendorfer Weg hält, merkt man ihm seine Erregung an: “Wir haben uns schon Anfang 2024 nur noch gezofft. Sie sollte zum Beispiel einmal alles für die Scherer besorgen, damit die gleich morgens anfangen können. Was war, nichts war da. Oder die Rollzäune. Wenn du ständig aufrollst, da brechen die Drähte. Sie sollte neue besorgen, von dem Geld vom LHW. Hat sie nicht gemacht, weil ihr dafür das Geld angeblich zu schade war. Was passiert, die Herde bricht aus und richtet auf dem Feld eines Bauern richtig Schaden an. Das ist nicht nur einmal passiert.
Ich hab dann mal gesagt, für mich ist Schluss, ich mach den Scheiß nicht mehr mit hier. Ja, ich hab gesagt kümmer dich drum, vorm Winter, das Futter da ist. Und nicht erst, wenn's losgeht, wir müssen Heu holen. Nichts hat sie gemacht.”
Von den Geschehnissen im Puppendorfer Weg haben Sie nichts mitbekommen, frage ich ihn: “Ich habe zu ihr gesagt, ich mache die Schafe, mehr mache ich nicht. Sie hat mich dann früh zu den Schafen gefahren und abends wieder geholt. Und was sie da in der Berliner Chaussee gemacht hat, weiß ich nicht. Ich bin bloß immer mal dahintergekommen, wie sie schon wieder einen neuen Hund hatte. Ich sage, wofür brauchst du noch einen Hund? Das geht mich nichts an, hat sie geantwortet.”
Seit dem der fast 62-jährige sich von Astrid B. zurückgezogen hat, ist er arbeitslos. Dafür, dass er bis zum Tag unseres Gespräches noch kein Arbeitslosengeld bekommen hat, hat sicherlich verschiedene Ursachen. “Er sei jetzt nach Zerbst gezogen und werde sich darum kümmern” versicherte er mir. Einen Arbeitsvertrag hatte es niemals gegeben.
Da stellt sich mir die Frage, ob Astrid B., neben dem unendlichen Leid, welches sie den Tieren zugefügt hat, auch noch des Betruges in mehreren Fällen strafbar gemacht hat? Rolf Zahn bekam nie eine ihm zustehende Entlohnung. Sozialabgaben hat sie vermutlich auch nicht abgeführt obwohl sie dazu verpflichtet gewesen wäre. (Anmerkung: Die Nichtabführung von Sozialabgaben gilt grundsätzlich als Straftat - § 266a Absatz 1 des Strafgesetzbuches lautet: Wer als Arbeitgeber der Einzugsstelle Beiträge des Arbeitnehmers zur Sozialversicherung einschließlich der Arbeitsförderung, unabhängig davon, ob Arbeitsentgelt gezahlt wird, vorenthält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.)
Von verschiedenen Zeugen wissen wir, das Astrid B. deren Tiere in Obhut genommen hat. Als diese ihre Tiere wieder haben wollten, forderte sie hohe Geldbeträge. In einem Fall drohte sie sogar mit dem Abschneiden der Ohrmarken, damit die Tiere nicht mehr erkennbar wären (die Betroffene versucht inzwischen über das Veterinäramt an ihre Tiere heranzukommen – bisher jedoch erfolglos).
Rolf Zahn zeigt mir dann das Gelände in Gollbogen, auf dem Astrid B. seit 2013 gelebt hat. Was sofort auffällt, zahllose Hundehütten auf dem gesamten Gelände verteilt. “Ich meine, wenn ich ein, zwei Hunde habe, oder ich nehme einen in Obhut, gerade von Rumänien oder so, ja. Aber doch keine 30 Hunde. Ich habe hier erst da drüben gewohnt (er zeigt auf einen kleinen Anbau an der Scheune). Wenn hier was war, die haben hier gebellt, Tag und Nacht.”
Und dann erzählt er mir von einer älteren Dame vom Veterinäramt Magdeburg, mit der Astrid B. ganz gut ausgekommen sein muss: “Mit der musste sie irgendwie ganz gut klargekommen sein. Oder die hat die ältere Dame auch manipuliert. Das kann ja auch sein. Ja, die hat manipuliert. Weil die Frau vom Veterinäramt hat natürlich viele Dinge lange, lange Zeit unter den Teppich gekehrt. Erzählen konnte die B. gut.”
Noch immer hat das Veterinäramt unsere Fragen nicht beantwortet, warten wir auf die angekündigte Stellungnahme der Stadtverwaltung zu diesem jahrelangen Verstoß der Astrid B. gegen das bundesweite Tierhaltungsverbot.
Kommentare
Sabine schrieb um 13:35 Uhr am 24.02.2025:
Andreas K. schrieb um 15:17 Uhr am 22.02.2025:
Was mir aber auch zu denken gibt, ist die Tatsache, dass solche „Interviews“ und „Tatsachen“ offenbar ungeprüft veröffentlicht werden. Das sollte eigentlich nicht so sein.
In diesem Sinne
einen schönen Samstag!
Euer Andreas K.
Siegfried schrieb um 13:19 Uhr am 22.02.2025:
Ich kann nur warnen! Die Aussagen von Rolf Zahn sind schlicht falsch. Ich kenne den Vogel seit seiner Zeit in Brachwitz. Er war bei uns im Schafstall als Helfer. Er ist kein Schäfer sondern Betonbauer aus Halle. Er gibt sich nur als Schäfer aus! Und Führerschein hat er auch nicht, fährt aber Auto. Bis heute! Angestellt war er zu keinem Zeitpunkt. Er betreibt ein Gewerbe und arbeitet auf eigene Rechnung. Aus dem Grund kriegt er auch kein Arbeitslosengeld! Er konnte schon bei uns nicht mit Geld umgehen und hat gerne und viel getrunken. Und war eine Schlampe. Das sind auch die Gründe, warum er die Schäferei in Magdeburg verlassen musste. Er hat sich dort mit falschen Angaben eingeschlichen und als das rauskam, musste er gehen. Und zwar im November, nicht im August! Auch das kann ich bestätigen. Jetzt steht er auch noch ohne eigene Wohnung da und versucht anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben. So kennen wir ihn!!! Er findet keine Anstellung als Schäfer, weil er keiner ist und woanders kommt er auch nicht unter, weil er nur schwarz Autofahren kann. Und ständig tauchen Gerichtsvollzieher bei ihm auf! Wollen Sie mehr wissen, kann ich gerne berichten!!!
Gruß
S.H.
Susanne Kahl schrieb um 10:14 Uhr am 10.02.2025:
Tanja Lindemann schrieb um 21:14 Uhr am 09.02.2025:
Wir werden keine Ruhe geben bis die Verantwortlichen bestraft sind. Astrid.B hat bewusst den Tod der Schafe in Kauf genommen. Wir fordern eine hohe Strafe.Sowas darf niemals passieren.
Wir werden keine Ruhe geben bis alle verantwortlichen Behörden Rechenschaft ablegen müssen und Astrid B. eine gerechte Strafe bekommt!
Karola schrieb um 14:52 Uhr am 21.02.2025:
Einfach mal nachhaken und dann die Klappe aufmachen, würde helfen.
Liane Michalitschke schrieb um 20:17 Uhr am 09.02.2025:
Wann gedenken Sie im Fall Astrid B.endlich mal zu reagieren.
Ich hoffe,dass alle Verantwortlichen in diesem Tierskandal zur Rechenschaft gezogen werden.