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Evangelische Frauen: Gegen Hass und Feindbilder, für Vernetzung über Grenzen hinweg

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 11.06.2024 / 14:05 Uhr von ar/pm
Die Teilnehmerinnen der Frauenvollversammlung der Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland (EFiM) haben während ihrer Tagung in Magdeburg eine Friedenserklärung verabschiedet. Damit möchten sie ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben setzen, teilt die Evangelische Kirche Mittedeutschland (EKMD) mit.

Darin wird betont, dass Frauen in Kriegen, Bürgerkriegen und bewaffneten Konflikten oft besonders betroffen sind: Als Opfer von sexualisierter Gewalt, Mütter und Töchter von Soldaten und Soldatinnen, Soldatinnen im Wehrdienst, pflegende Angehörige ohne Fluchtmöglichkeit, als Vertriebene und Heimatlose.

Die Frauenvollversammlung fordert politische Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen auf, Frauen in politische Prozesse einzubeziehen, sich klar von menschenverachtenden Positionen zu distanzieren und ausreichende Mittel für Friedens- und Demokratieprojekte bereitzustellen. Zudem wurden drei Selbstverpflichtungen verabschiedet.

Für ein friedliches Zusammenleben wollen sich die Teilnehmerinnen der Frauenvollversammlung auch selbst einsetzen.
In den Selbstverpflichtungen steht, dass auf Hass nicht mit Hass geantwortet und die Logik von angeblichen Feindbildern abgelehnt wird.
„Wir wollen Hass und Hetze überall identifizieren, wo sie uns begegnen, und uns solchen Aussagen entschieden entgegenstellen, im familiären Umfeld, im Kontext von Gemeinde und Nachbarschaft, im Arbeitsleben und in der Öffentlichkeit“ heißt es weiter, und: „Wir sehen uns als Teil einer weltweiten Bewegung von Frauen, die für den Frieden eintreten und sich über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg miteinander vernetzen“.

Das Friedenspapier soll auch in interreligiösen Kreisen Verbreitung finden und in Religionsgemeinschaften und Kirchen verteilt und verabschiedet werden. Eva Lange, Leitende Pfarrerin der EFiM, betonte: „Gemäß der Bewegung ‘Women Wage Peace’, die sich für eine gewaltfreie Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts einsetzt, wollen wir der Vision nachgehen: Wenn Frauen sich zusammentun, ist Frieden möglich. Dabei schauen wir auf unser Land, auf unseren Handlungsspielraum“.
Bettina Krause, Vorsitzende des EFiM-Beirats, fügte hinzu: „Frieden wird möglich sein, wenn wir die, die uns fremd erscheinen, als Gottes Kinder annehmen und wenn wir füreinander das Wort ergreifen.“

Das Motto der Frauenvollversammlung lautete „Selig sind die Friedensstifter*innen“, inspiriert von der Bergpredigt Jesu Christi. Die Teilnehmerinnen erlebten bereits am Freitagabend bei einem Frauenfest mit Musik, Tanz, Gebeten und Redebeiträgen eine Gemeinschaft und Schwesternschaft über religiöse, kulturelle und nationale Grenzen hinweg.
Friedensandachten, eine Bibelarbeit mit interreligiöser Perspektive von Christina Sawatzki (Evangelische Akademie zu Berlin) sowie Workshops von lokalen Friedensinitiativen erweiterten den Horizont, förderten das Lernen und die Vernetzung.

Die drei Selbstverpflichtungen im Wortlaut:
1. Wir antworten nicht auf Hass mit Hass. Wir stellen uns gegen die Logik von angeblichen Feindbildern.
2. Wir wollen Hass und Hetze überall identifizieren, wo sie uns begegnen, und uns solchen Aussagen entschieden entgegenstellen, im familiären Umfeld, im Kontext von Gemeinde und Nachbarschaft, im Arbeitsleben und in der Öffentlichkeit.
3. Wir sehen uns als Teil einer weltweiten Bewegung von Frauen*, die für den Frieden eintreten und sich über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg miteinander vernetzen.

Hintergrund:
Die Frauenvollversammlung bringt jährlich engagierte Frauen aus der gesamten EKM zusammen und ist das zentrale Netzwerktreffen von Frauen innerhalb der Landeskirche. Die Erfahrungen und Visionen der Frauen werden gebündelt, um gemeinsam die Kirche zu gestalten und in die Gesellschaft zu wirken. Der Austausch, die Vernetzung und die geistliche Stärkung stehen im Mittelpunkt.

Bilder

Symbolbild (Quelle: Pixabay.com)
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