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Burger Stadttrat spricht sich erneut für B1n Ortsumfahrung aus

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 24.06.2022 / 07:00 Uhr von mz
Es ist ein Thema, welches die Gemüter erhitzt! Der Bau der Ortsumfahrung B1n. Die Umfahrung ist Bundesverkehrswegeplan 2030 enthalten. Einige wollen sie, andere nicht. Auch eine Bürgerinitiative hat sich gegründet. Doch einigen dauert der Bau noch zu lang. Der Stadtrat hat sich am Abend mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Planung für die Ortsumfahrung voranzubringen. Es gab eine namentliche Abstimmung.

In der Beschlussvorlage hieß es: 

Der Stadtrat befürwortet und unterstützt die Weiterführung der Planungen für die zukünftige neue Ortsumgehung der Stadt Burg der Bundesstraße 1 (B1n) durch die Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt im Auftrag des Bundes. 

Die Verwaltung wird beauftragt, im Rahmen der notwendigen Gespräche mit der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Regionalbereich Mitte hinsichtlich der Planungen für die zukünftige neue Ortsumgehung der B1 auf folgende Dinge hinzuweisen: 

Schallschutz gefordert
1. die umfassende Berücksichtigung von aktiven Schallschutzmaßnahmen entlang der zu bearbeitenden Trasse einschließlich der Rampen und Brückenbauwerke zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Verkehrslärm innerhalb der Wohngebiete entlang der Grabower Landstraße (insbesondere südlicher Bereich) und dem Wohngebiet Ihletal sowie entlang des Grabower Weges in der Ortschaft Reesen, 

2. die Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die im Zusammenhang mit den Eingriffen in Natur und Landschaft durch das Bauvorhaben der neuen Ortsumgehung der Stadt Burg der B1 (B1n) sollten zum Zwecke der Siedlungsrandgestaltung und Eingrünung des Ortsrandes der Stadt Burg im Bereich der Wohngebiete entlang der Grabower Landstraße (insbesondere südlicher Bereich) und dem Wohngebiet Ihletal sowie im Bereich der Ortschaft Reesen eingriffsnah realisiert werden, 

3. die Anbindung der Trasse soll östlich der Ortschaft Reesen an den Verlauf der vorhandenen B1 vorgesehen werden. 

Viele Anwohner entlang der B1, wie in der Berliner Chaussee, Berliner Straße oder Wasserstraße fordern die Umfahrung händeringend. Vor allem bei Unfällen auf der A2 wird oft über diese Straße abgekürzt. LKW reihen sich dicht an dicht aneinander. 

Den geplanten Streckenverlauf könnt ihr euch [HIER] angucken (unter Tagesordnungspunkt 23)

Bilder

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Kommentare

  •  
    jeder-mensch.eu schrieb um 11:26 Uhr am 24.06.2022:
    Quelle, Deutschlandfunk

    Der BUND hat Gemeinden in Baden-Württemberg, die Umgehungsstraßen gebaut haben, mit Orten ohne solche Umfahrungen verglichen. Das Ergebnis: Der Verkehr in Orten mit Umgehungsstraßen hat im Vergleich zu Dörfern und Städten ohne solche Ortsumfahrungen deutlich stärker zugenommen. Stefan Flaig, stellvertretender Landesvorsitzender des BUND Baden-Württemberg:

    Innerhalb der letzten zwanzig Jahre, die wir hier untersucht haben, anhand von drei Beispielen, sieht man eben, dass die Unterschiede bis zu 100 Prozent ausmachen können. Also während die einen ohne Ortsdurchfahrten eine Zunahme von etwa 40 Prozent haben, haben andere 120 bis 140 Prozent Zunahme insgesamt.

    Das betrifft sowohl den Ort selbst als auch die Umgehungsstraße. Unter dem Strich wird also die Region mit deutlich mehr Verkehr als vorher belastet. Was vielleicht nicht so dramatisch wäre, wenn wenigstens die Ortskerne deutlich entlastet würden – das ist ja der eigentliche Sinn einer Ortsumfahrung. Doch wenn die neue Straße am Ort vorbeiführt, werden die alten Hauptstraßen im Ortszentrum nicht stark genug verkehrsberuhigt, stellt der BUND fest. Oft genüge es den betroffenen Gemeinden, wenn weniger Lastwagen durch die Ortsmitte fahren. Vor allem ortskundige Autofahrer haben immer noch zuviel Spielraum auf den Straßen, so Stefan Flaig:

    Es werden zu wenig Barrieren eingebaut. Das liegt vor allem daran, dass die Orte es oft unterschätzen, wie viel Ziel-, Quell- und Binnenverkehr sie haben. Also der eigentliche Durchgangsverkehr, und nur der kann rausgeholt werden, durch eine Ortsumfahrung, der ist oft viel geringer, als vorher vermutet oder prognostiziert.

    So sei beispielsweise nach dem Bau einer Umgehungsstraße Anfang der 90er Jahre auf der B 14 bei Fellbach im Osten Stuttgarts der Verkehr im Ort zunächst um die Hälfte reduziert worden. Eine spürbare Entlastung, für die sich der Straßenneubau gelohnt hätte. Doch gerade in den letzten Jahren steige die Verkehrsbelastung im Ortskern wieder – und auf der Umgehungsstraße ohnehin. Der fehlende politische Wille sei es, der die kurzfristige Entlastung durch die Umgehungsstraße immer wieder verspiele, so Michael Spielmann, BUND-Geschäftsführer in Stuttgart:

    Da sind oft dann Geschäftsleute dagegen, da gibt es oft dann nicht genug finanzielle Mittel, weil der Staat ja ohnehin schon genug Schwierigkeiten hat, diese Umfahrungsstraße zu bauen. Da reicht es nicht mehr aus, auch noch die Ortsdurchfahrt zurückzubauen.

    Die Verkehrsberuhigung in den Ortkernen sei aber die Bedingung, um wirklich auf Dauer weniger Autolärm und Gestank im Zentrum zu haben, so die Verkehrsexperten des B.U.N.D. Dazu kommt: Die Verkehrsplaner wissen seit langem, das mehr Straßenbau oder auch ein besserer öffentlicher Nahverkehr allein nicht zu weniger Verkehr führt – im Gegenteil. Stefan Flaig:

    Wenn ein Ort schneller erreichbar ist, dadurch dass die Straße, eine Ortsumfahrung in dem Fall, dazu führt, dass die Autofahrer sich nicht mehr durch den Ort quälen müssen, sondern schneller außen rum kommen, setzen sie eben diese gewonnene Freizeit nicht in Freizeit um, sondern sie verwenden es, um weiter entfernte Ziele anzustreben und anzufahren. Und das führt eben zu mehr Verkehr.
    Dagegen helfe aus Sicht des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in vielen Fällen gerade auch der Verzicht auf den Bau von Umgehungsstraßen – vor allem, wenn die neue Straße deutlich weniger als 50 Prozent Entlastung bringt:

    Ich habe ein Beispiel: Löschgau, Kreis Ludwigsburg. Da wurde eine Umfahrungsstraße für damals noch zehn Millionen Mark gebaut, acht Millionen kamen vom Land, das hat eine Entlastungswirkung, das wusste man schon vorher, von vier Prozent in der Hauptdurchgangsrichtung. Trotzdem wurde diese Straße gebaut.

    Auch der neue Bundesverkehrswegeplan sehe ein Vielzahl fragwürdiger Ortsumfahrungen vor, kritisiert der BUND. Und das, obwohl das Bundesverkehrsministerium in Berlin im Rahmen der Überarbeitung des Planes allein für Baden-Württemberg festgestellt habe, dass zwei von drei Umgehungsstraßen kaum eine Entlastung bringen. Michael Spielmann:

    Und entgegen allen Bekundungen, ob Rot-grün oder Schwarz-gelb, dass man in der Verkehrspolitik endlich mal ehrlich sein müsse und gucken müsse, was können wir uns denn noch leisten und was ist wirklich wirksam, ist auch dieser Bundesverkehrswegeplan wieder eine Wunschliste mit einer ganzen Vielzahl etlicher Ortsumfahrungsstraßen, aber natürlich auch andere Projekte, wo wir sagen, die werden absehbar nicht realisiert werden können und wenn sie dann realisiert werden, dann werden sie genau diese Entlastungswirkung, die ihnen nachgesagt wird, nicht haben.
    •  
      Für Umgehung! schrieb um 07:51 Uhr am 24.06.2022:
      Am besten von Reesen, quer durch den Wald, nach Burg-Ost, so dass man Burg selbst erst garnicht sehen muss.
      • realitylive schrieb um 09:03 Uhr am 24.06.2022:
        Möckern nicht vergessen.