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Ein Heim für Sommerboten: NABU zeichnete bereits 50 schwalbenfreundliche Häuser aus

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 21.06.2022 / 10:03 Uhr von mz/pm
Im Moment sind die quirligen und flinken Flugkünstler mit zahlreichen Insekten Richtung Nest unterwegs – der Nachwuchs möchte gefüttert werden. Gerade in den Sommermonaten, wenn die Küken zu versorgen sind, prägen die Schwalben mit ihren Rufen und Flugmanövern den Blick in den Himmel. Leider wird dieser Anblick immer seltener. Mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ möchte der NABU dem entgegenwirken und Hausbesitzende, die die Glücksboten bei sich willkommen heißen, auszeichnen.

„Der Bestand von Rauch- und Mehlschwalben hat in den letzten Jahren immer weiter abgenommen. In erster Linie fehlt es an Nahrung und Nistplätzen. Die Schwalben sind auf Insekten angewiesen, deren Rückgang durch intensive Landwirtschaft, Strukturverarmung, Flächenversiegelung und Klimakrise immer stärker voranschreitet. Aber auch Nistmaterial und geeignete Stellen an Gebäuden, Scheunen oder Ställen fehlen und führen bei den Schwalben zur Wohnungsnot“, erklärt Jonas Liebelt, Projektleiter „Schwalbenfreundliches Haus“ beim NABU Sachsen-Anhalt. „Umso erfreulicher ist es, dass viele Menschen den Schwalben auf ihrem Grundstück ein geeignetes Zuhause bieten.“ 

In diesem Jahr wurden bereits 50 Häuser mit der NABU-Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Im Vergleich zu den Vorjahren ein solider Wert, der sich in den nächsten Wochen aber erfahrungsgemäß deutlich steigern wird. Noch bis zum 30. September läuft die Aktion und Hausbesitzende, die an Wohnhaus, Garage, Carport oder Stall Schwalben willkommen heißen, können sich um eine Plakette bewerben. Jonas Liebelt: „Mit dem Schwalbenfreundlichen Haus können Sie sich direkt für die Natur vor Ihrer Haustür einsetzen und zeigen, wie schön es ist, die Glücksboten bei sich zu empfangen. Die Voraussetzungen für eine Auszeichnung sind denkbar einfach. Häufig genügen Fotos der Nester – gerne auch mit den Tieren, falls sie sich fotografieren lassen. Die Bewerbungsunterlagen können online, telefonisch oder per Post angefordert werden.“ 

Mehlschwalben brüten vor allem in den Städten und bauen ihre Nester unter Dachvorsprüngen an rauen Außenwänden, in Balkonnischen oder unter Brücken. „An glatten Hausfassaden haften die Schwalbennester nur schlecht. Eine Nestgrundlage ist aber schnell angebracht. Dazu einfach eine schmale Leiste mit Kaninchendraht überziehen und an der Hauswand anbringen. Vor dem Schmutz der Schwalben schützt ein Kotbrettchen. Dieses etwa 35 cm tiefe Brett sollte rund 50 cm tief unter dem Nest angebracht werden“, so der Projektleiter. Auf dem Land brüten Rauchschwalben gerne in Ställen und Scheunen. Um dort den sicheren Ein- und Ausflug zu ermöglichen, sollten ab April Fenster und Tordurchfahrten geöffnet bleiben. Jonas Liebelt kennt auch noch weitere Möglichkeiten, wie wir den Schwalben helfen können: „Im Garten oder auf der Terrasse können Lehmpfützen angelegt werden. Diese brauchen die Schwalben für den Nestbau. Wenn das nicht funktioniert, sind Kunstnester eine gute Alternative. Auch ein naturnaher Lebensraum ist für die Schwalben wichtig. Wenn Sie im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon heimische Blumen und Sträucher anpflanzen, locken Sie Insekten an und bieten den Schwalben genügend Futter für sich und den hungrigen Nachwuchs.“ 

Weitere Informationen zum Projekt „Schwalbenfreundliches Haus“ und zur Anmeldung finden Sie hier: https://sachsen-anhalt.nabu.de/aktionen-und-projekte/aktionen/schwalbenfreundlicheshaus.html

Bilder

Schwalbennest Symbolfoto, Quelle: pixabay
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